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Debatte um Religionsunterricht an Schulen im Saarland

Forderung nach Reform an Saar-Schulen : Elterninitiative: Ethikunterricht auch für Grundschüler

Nachdem Landesschülersprecher Usamah Hammoud sich in einem SZ-Interview dafür ausgesprochen hat, den Religionsunterricht in Schulen zu reformieren, erhält er nun Unterstützung vom Verein Landeseltern-Initiative Bildung.

Wie deren Sprecher Bernhard Strube erklärt, fordert die Initiative einen Ethikunterricht für Grundschüler. An Grundschulen gebe es noch keine Alternative zum Religionsunterricht. „Nach Auffassung der Landeselterninitiative sollte allen Schülerinnen und Schülern des Landes immer ein Angebot der Werteerziehung gemacht werden, auch jenen, die am bestehenden Religionsunterricht nicht teilnehmen möchten oder sollen.“ Ethikunterricht biete neutrales „Orientierungswissen“ und vermittele Kompetenzen wie „Reflexion, Diskussion und Kooperation“, argumentiert die Elterninitiative. Neben der flächendeckenden Einführung des Fachs in der Grundschule und in weiterführenden Schulen, sollen mehr Fachlehrer hierfür ausgebildet werden. Diese Forderung habe die Initiative bereits an den früheren Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) herangetragen und soll auch „Gegenstand des Gesprächs Anfang 2020 mit der Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sein“.

Indem sich Schüler erst nach Vollendung ihres 18. Lebensjahrs vom Religionsunterricht abmelden dürfen, verletze das Saarland außerdem nach Auffassung der Initiative „das Grundrecht der Religionsfreiheit, das bundesweit nach dem 14. Lebensjahr zugestanden wird“.