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Das sind die Hilfsangebote der Diakonie Saar für Wohnungslose

Von der Sprechstunde für Obdachlose bis zum Dach über dem Kopf : So hilft die Diakonie Wohnungslosen in Saarbrücken

Menschen, die keine richtige Wohnung mehr haben, finden Hilfe bei der Diakonie. Und Angebote, die ihnen nach schweren Jahren wieder Hoffnung geben.

(red/ole) „Housing First - Wohnen zuerst“ heißt eines der Angebote aus dem Hilfen-Sortiment der Diakonie Saar für wohnungslose Männer und Frauen.  Sie bekommen eine eigene Wohnung mit eigenem Mietvertrag, und zwar unbefristet und ohne Bedingungen. So können sie zur Ruhe kommen und ihre weiteren Probleme lösen.

Die Diakonie macht das, weil Obdachlose, die schnell wieder eine Wohnung und Hilfe im Alltag haben,  besser klarkommen als jene, die jahrelang in Wohnheimen gelebt haben. Das jedenfalls haben Studien gezeigt. Gedacht ist „Wohnen zuerst“ für Menschen, die wegen seelischer Beeinträchtigungen oder einer Suchtkrankheit für herkömmliche Angebote der Wohnungslosenhilfe nicht erreichbar sind. Sie werden in das Projekt aufgenommen, sobald ein geeignetes Angebot auf dem freien Wohnungsmarkt gefunden ist. Nach ihrem Einzug erhalten sie – auf freiwilliger Basis - von zwei Diakonie-Mitarbeitern Hilfe dabei, ihre Probleme zu lösen. Das Annehmen der Unterstützung ist freiwillig. Für 2021 bezahlt das Sozialministerium „Housing First“.

Sozialarbeiter der Diakonie gehen außerdem zu Menschen, die bereits wohnungslos sind oder denen das droht. 800 Frauen und Männer jährlich lassen sich von Mitarbeitenden der Diakonie beraten. In deren Haus an der Johannisstraße haben etwa 120 obdachlose Menschen ihre Postadresse.

Unter dem ambulanten betreuten Wohnen ist eine Unterstützung bei der Suche nach eigenem Wohnraum zu verstehen. Nach dem Einzug dauert die Betreuung noch maximal zwei Jahre. Am Standort Saarbrücken betreut die Diakonie ständig bis zu 20 Menschen.

Die „Praxis medizinische Grundversorgung“ ist das Ergebnis einer Kooperation der Diakonie mit der Kassenärztlichen Vereinigung Saar. Ehrenamtlich tätige Ärztinnen und Ärzte haben einmal pro Woche Sprechstunde im Haus der Diakonie Saarbrücken.

Die St. Johanner Börse versorgt bedürftige Menschen gegen einen kleinen Betrag im Haus der Diakonie mit gebrauchter Kleidung und Hausrat aus zweiter Hand.

Außerdem weist die Diakonie hin auf ein traditionsreiches Angebot in Alt-Saarbrücken. Als stationäre Einrichtung mit 25 Plätzen für wohnungslose Männer gibt es am Ludwigsplatz die von einer Stiftung betriebene „Herberge zur Heimat“. Zusätzlich angegliedert ist das Projekt „Eigene 4 Wände“ mit Außenwohnungen für haftentlassene Männer und Frauen, junge Wohnungslose und Bewohner der „Herberge zur Heimat“