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Das Saarbrücker Bertha-Bruch-Tierheim sucht ein Zuhause für Hamster

Tierheim-Serie „Wer will mich?“ : Hamster Sylvia braucht ein neues Eigenheim

Im Bertha-Bruch-Heim leben drollige Kleintiere. Auch ihnen steht eine artgerechte Bleibe zu. Hamster mögen Buddelparadiese.

Tierschützerin Kathrin Schorr erinnert sich noch gut, wie die die drolligen Kerlichen  in ihre Obhut kamen. „Ende September wurde bei uns ein Karton mit sechs Hamstern abgegeben, den Kinder auf dem Schulweg gefunden hatten.“ Es handelte sich vermutlich um ein Muttertier mit seinen fünf erwachsenen Jungen. Davon war ein Weibchen bereits trächtig und bescherte den Kleintierbetreuern drei weitere Hamsterbabys. „Insgesamt kamen wir so in kurzer Zeit auf vier weibliche und fünf männliche Goldhamster.“ Einige fanden ein Zuhause, andere sind noch auf der Suche – so wie Sylvia und Lucy.

Sylvia ist vermutlich das Muttertier, das im Karton abgegeben wurde. Sie ist sehr aufmerksam und kommt auch tagsüber aus ihrem Nest, wenn sie jemanden hört. Sie lässt sich streicheln und kommt sogar zur Hand, um daraus Futter anzunehmen. Gleichzeitig ist Sylvia sehr aktiv und ausbruchsfreudig, weshalb ihr Gehege auf jeden Fall rundum gesichert sein sollte.

Das gilt auch für Lucy, die nach ihrer Ankunft auf der Pflegestelle drei Hamsterjungs zur Welt brachte. Diese versorgte sie sehr liebevoll, gleichzeitig genießt sie jetzt sichtlich die Ruhe und das Alleinsein. Lucy räumt mit Akribie ihr Futter im Gehege hin und her und ist sehr aufgeschlossen. Wenn’s um Hamstergehege geht, haben viele immer noch kleine Plastikkäfige mit bunten Röhren im Kopf, die sich wie wild inner- und außerhalb des Käfigs winden und Hamstern so vermeintlich schöne Laufmöglichkeiten bieten.

Tatsächlich sind solche Käfige für Hamster ungeeignet. In den Plastikröhren kann die Luft nicht ausreichend zirkulieren. Ja, Hamster lieben Röhren und Tunnel, aber die sollten ihre Besitzer am besten selbst konstruieren. Außerdem muss der Boden eines Hamsterheims hoch genug mit Streu bedeckt sein. Zu empfehlen sind etwa 30 Zentimeter aus Hanf-, Leinen- und Holzeinstreu sowie Lagen aus Heu und Stroh, die sich zur Stabilisierung der Gänge verbauen lassen.

 Im Heim leben die Tiere entweder in hamstergerechten Holzgehegen oder in ausreichend großen Aquarien. Gerade bei Holzgehegen ist darauf zu achten, dass sie keine Angriffsfläche für scharfe Nagerzähne bieten, damit ausbruchfreudige Hamsterweibchen wie Sylvia nicht entkommen können.

Das Gehege muss mindestens  120 Zentimeter breit, 50 Zentimeter tief und 60 Zentimeter hoch sein.  Und zusätzliche Etagen sind  bei den Tieren sehr beliebt. Ein Gehegeteil sollte auf jeden Fall hoch mit Streu gefüllt ein. Ein Muss sind außerdem ein Sandbad und ein Laufrad. Letzteres sollte mindestens 28 Zentimeter Durchmesser haben. Ist ein Rad zu klein, dann muss sich das Tier zu sehr krümmen. Schäden an der Wirbelsäule könnten die Folge sein.

Zudem sollte es über eine geschlossene Lauffläche verfügen. Etagen und Leitern aus Gitter dürfen im Hamsterheim nicht verwendet werden. Sie sind gefährlich, da die kleinen Nager leicht mit den Pfoten hängen bleiben und sich verletzen können.

Als Sandbad eignen sich ein großer Napf, eine Ton- oder Glasschale. Diese schweren Gegenstände sollten möglichst auf dem Gehegeboden stehen. Sonst könnten sich Hamster keine Tunnel darunter bauen, die unter dem Gewicht womöglich einstürzen. Wichtig sind darüber hinaus Unterschlüpfe, seien es kleine Häuser, Korkröhren, Weidebrücken, Gegenstände aus Keramik, Ton oder auch Selbstgebasteltes wie Häuser aus Pappmaschee oder Ytong.

Beim Schlafen mögen’s Hamster kuschelig. Sie freuen sich über Toilettenpapier, Hanfwolle, getrocknetes Moos oder Blätter zur Auspolsterung des Nests. Das Toilettenpapier sollte aber unbedingt wasserlöslich sein, denn nur dann schadet es dem Hamster nicht und kann verwendet werden.

Informationen über die Haltung von Hamstern und anderen Kleintieren gibt es täglich von 14 bis 17 Uhr (außer montags) im Bertha-Bruch-Tierheim, Folsterweg 101, Tel. (06 81) 5 35 30. Dort warten Mitglieder der Hamstergroßfamilie des Heims auf neue Besitzer.