Das Maler Jörg Munz stellt in der Saarbrücker Union Stiftung aus

Ausstellung in der Union-Stiftung : Natur schenkt Saarbrücker Maler die besten Ideen

Jörg Munz nimmt bei seinen Spaziergängen viele Eindrücke in sich auf. Dann macht er daraus Bilder. Mit bundesweitem Erfolg.

Alles begann mit einem Garten. „Ich wuchs auf in Sulzbach-Brefeld. Wir hatten einen verwilderten Garten direkt neben Industrieanlagen. Da schaute ich mir alles genau an, die Pflanzen und die Farben“, erzählt Jörg Munz. Heute ist Munz, Jahrgang 1960, freischaffender Künstler mit einem Atelier in der Saarbrücker Mozartstraße, Kunstlehrer und Restaurator. Derzeit stellt er in der Union Stiftung aus, zeigt viele Eindrücke von Natur und Landschaft. Noch heute ist die Natur die Inspirationsquelle von Munz. Er fotografiert, skizziert unter freiem Himmel und erarbeitet im Atelier seine ausdrucksstarken Gemälde.

Aber der Weg zur Kunst war ihm nicht vorgegeben. „Ich habe immer gerne gemalt, gezeichnet und geschrieben. Ich hatte eine rege Phantasie. Daher habe ich als Achtjähriger einen Kurs in Technischem Zeichnen besucht, denn es gab damals keine Kunstkurse für Kinder. Und so habe ich Häuser gezeichnet. Das hat schon Spaß gemacht, aber mir hat die Farbe gefehlt“, erinnert er sich. Die Farben habe er sich aus Büchern angeeignet, habe eine Ausbildung gemacht, wo er mit Farben viel zu tun hatte. Er erlernte den Beruf des Malers und Lackierers.

„Das war zwar nicht mein Traumjob, aber ich habe viel über Farben und deren Herstellung gelernt. Und damals lernte man auch noch Marmorieren und Lasieren. Davon habe ich später viel profitiert“, erzählt er weiter. Nach seiner Ausbildung arbeitete er für eine Firma, die sich auf Kirchenrestaurationen spezialisiert hatte. „Dort lernte ich das Handwerk des Vergoldens und der Sandsteinrestauration“, alles Dinge, die ihm bei Restaurierungen helfen.

Irgendwann stellte Munz fest, dass er in zwei Welten lebte. „Meine Malerei wurde mir immer wichtiger. Ich habe tagsüber als Handwerker gearbeitet und daneben gemalt, Ausstellungen besucht, Kunstbücher gelesen, das passte irgendwann nicht mehr zusammen.“

Daher gab er 1995 den Job auf, eröffnete in Ottweiler eine Galerie, er leitete Kunstkurse, übernahm Einrahmungen, alles parallel zu seiner Malerei. Im selben Jahr nahm er zu Professor Bodo Baumgarten Kontakt auf, der damals an der Hochschule der Bildenden Künste Saar HBK lehrte. „Ich habe ihm immer wieder meine Bilder gezeigt, und er hat sie beurteilt. Das hat mir sehr viel gebracht“, sagt Munz. Bis Baumgarten ihn fragte, ob er nicht doch an der HBK studieren wolle.

„Ich bin zuerst gar nicht auf diese Idee gekommen“, sagt er. 1999 begann er dann doch sein Kunststudium. 2004 schloss er es mit Auszeichnung ab, wurde Meisterschüler. 2005 wählte die HBK ihn aus, in der Bonner Bundeskunsthalle auszustellen. Kurz danach gab er seine Galerie in Ottweiler auf, die er neben seinem Studium weiterbetrieben hatte, konzentrierte sich auf sein Atelier in der Saarbrücker Mozartstraße, das er schon seit 2004 unterhält. Und er widmet sich seither ganz der Malerei, zeigte seine Werke schon in Paris, Köln, Luxemburg oder beim Essener Zollverein.

In seinen Gemälden zeigt Munz eher Natureindrücke denn Naturdarstellungen. „Bei mir kommt alles aus der Landschaft, ich ziehe alles daraus“, erklärt er. Seine oft nur aus Farbfeldern bestehenden Landschaften werden nie langweilig.

Munz entwickelt das Thema immer weiter in experimentellen Fotografien, in denen er spielerisch mit dem Motiv Landschaft umgeht, aber auch in der Farbwahl. Denn während in den letzten Jahren sehr helle Farben dominiert haben, werden die Farben nun dunkler, erdiger. „Da schleicht sich dunkle Farbe ein“, sagt er. Kein Wunder, denn diese Gemälde sind inspiriert von Spaziergängen über saarländische Halden.

Die Ausstellung „Spannungsfelder“ von Jörg Munz im Haus der Union Stiftung, Steinstraße 10, Malstatt ist geöffnet bis Donnerstag, 7. November montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr, freitags von 8.30 bis 15 Uhr. Am Mittwoch, 30.Oktober, ist ab 18 Uhr ein Künstlergespräch und am Dienstag, 5. November, ab 9.30 Uhr ein Künstlerfrühstück mit Jörg Munz.

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