Erfolgreiche Schachspieler: Das jahrelang anvisierte Ziel ist erreicht

Erfolgreiche Schachspieler : Das jahrelang anvisierte Ziel ist erreicht

Die Schachvereinigung Saarbrücken belegt bei der deutschen U 16-Mannschaftsmeisterschaft in Walldorf den 14. Platz.

2012 hat Ingo Zinnikus die Junioren-Mannschaft der Schachvereinigung (SVG) Saarbrücken als Jugendleiter übernommen. Zwischen zehn und elf Jahren waren die Spieler damals alt. Sie waren gerade mit der Grundschule fertig – und sollten in den kommenden Jahren in ihrem Sport immer besser werden. Seit vergangener Woche gehört die SVG Saarbrücken zu den 20 besten Jugendmannschaften Deutschlands. Das war von Anfang an das Ziel des Vereins.

„Einmal bei der deutschen Meisterschaft dabei zu sein war ein langgeplanter Schritt von uns – das haben wir jahrelang anvisiert“, sagt Zinnikus, dessen Mannschaft zwischen dem 26. und 30. Dezember bei der deutschen U 16-Meisterschaft in Walldorf bei Heidelberg teilnahm. Dort reichte es zwar nur zum 14. Platz – das war in Anbetracht der Startposition 17 und der starken Konkurrenz allerdings ein Erfolg. „Wir mussten damit rechnen, dass wir hinten mitspielen. Aber ich denke, dass wir ganz gut mitgehalten haben und auch stolz auf uns sein können“, sagt Nicolas Schäfer, zweimaliger Saarlandmeister im Einzel und an Brett eins Top-Spieler der Saarbrücker.

Sieben Spiele absolvierte die SVG Saarbrücken in Walldorf, zwei davon waren Siege, zwei Unentschieden. Die Bilanz lautet 6:8. „Wir haben uns gut geschlagen“, findet auch Zinnikus: „Wir haben zwar gehofft, dass wir einem stärkeren Gegner vielleicht ein Bein stellen können – das ist uns aber leider nicht gelungen. Aber gegen die Gegner, mit denen wir auf Augenhöhe sind, waren wir immer am Drücker. Von daher ist das ein zufriedenstellendes Resultat, aber die große Überraschung ist uns nicht gelungen.“

Die Siege gab es gegen die auf dem letzten Platz gesetzte SG Schwäbisch Gmünd sowie die auf Platz 13 gestartete SK Gräfelig. Hier spielte auch die deutsche U 14-Meisterin Vitalia Khamenya, gegen die der Saarbrücker Meikel Jenner an Brett zwei ein Unentschieden holte. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass er so gut mithalten kann, das war wichtig für die Mannschaft“, sagt Zinnikus. Auch Elias Schmied an Brett vier war in guter Form. Er überstand das Turnier ohne Niederlage.

Die beiden Unentschieden waren etwas ernüchternd für die Saarbrücker. Gegen die SG Königskinder Hohentübingen lieferten sie sich einen Schlagabtausch, bei dem sie den greifbaren Sieg doch verpassten. In der Partie gegen Grün-Weiß Leipzig erlaubte sich Nicolas Müller im Duell mit einem schwächelnden Gegner einen Fehler, der die Saarländer zwei Punkte kostete. „Das ist aber auch das Schöne an Vereinsmeisterschaften – wenn man mal einen Fehler macht, kann die Mannschaft das ausgleichen“, sagte Müller, der es an Position eins mit den schwersten Gegnern zu tun hatte, aber zu fünf Remis kam: „Und deutsche Meisterschaften sind immer noch mal etwas ganz Besonderes, weil man es mit den besten Mannschaften Deutschlands zu tun bekommt. Da sammelt man schon wichtige Erfahrungen.“

Qualifiziert hatten sich die Saarbrücker über ihren Titel bei den Saarlandmeisterschaften, der ihnen das Spielrecht für die mitteldeutsche Meisterschaft im September verschaffte. Hier verpasste die Schachvereinigung die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft, konnte sich als Nachrücker dann aber doch noch über die Teilnahme freuen. 2018 findet die mitteldeutsche Meisterschaft im Saarland statt.

„Die Saison läuft seit Oktober, wir sind unangefochten Erster im Saarland“, freut sich Zinnikus, während Müller ergänzt: „Wir wollen auch dieses Jahr noch mal mit Mannschaften aus anderen Bundesländern mithalten können.“ Der gute Auftritt in Walldorf lässt auf ein erfolgreiches 2018 hoffen.