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HIer geht’s allmählich zur Sache
Das höchst brisante Thema Grubenflutung

Sulzbach/Quierschied. Sulzbach, Friedrichsthal und Quierschied beziehen Position in Hinblick auf die Pläne des Bergbaukonzerns RAG.

Das Thema Grubenwasser kocht in unserer Region mehr und mehr hoch. Bürger fragen sich, was möglicherweise auf sie zukommt, wenn  der Bergbaukonzern RAG in Duhamel und Reden die Gruben bis auf -320 Meter volllaufen lassen will. Der Antrag dazu wurde bereits beim Oberbergamt in Landsweiler-Reden gestellt. Betroffen von dem Vorhaben wären rund 600 000 Saarländer in 30 Kommunen (wir berichteten überregional). Die AfD, Stadtverband Sulzbach, hat sich hinsichtlich des brisanten Themas nun an die Stadt Sulzbach beziehungsweise deren Verwaltungschef Michael Adam gewandt. AfD- Pressesprecher Hermann Kreis bezieht sich zunächst auf die Äußerungen des Illinger Bürgermeisters Armin König. Er hatte vor wenigen Tagen  die Saarländer, die einen Bergschadensverzicht unterschrieben haben,  dazu aufgefordert, beim Oberbergamt  Einspruch gegen die geplante Grubenflutung einzulegen. Hinsichtlich dieses Aufrufs, sich zu wehren, fragt die AfD nun Adam, ob an ihm das Thema Grubenflutung „vorbeigelaufen“ sei. Mit keinem Wort in den amtlichen Mitteilungen der Stadt werde das Thema erwähnt. Dabei betreffe es sehr viele Bürger.  Nachdem der untertägige Kohlenabbau beendet  und nun neue Gefahren durch die Grubenflutung zu befürchten seien,  sei auch die Stadt Sulzbach aufgefordert, den Bürgerinnen und Bürgern zur Seite zu stehen. Adam, so schreibt der ehemalige Bergmann Kreis in einem offenen Brief, sei aufgefordert, zumindest über die „Sulzbacher Umschau“ die Leute über „die neue Gefahrenlage durch Hebungen und eventuelle  Grubengas-Austritte zu informieren“. Des Weiteren verlange die AfD eine Verlängerung der Einspruchsfrist, die am 15. Januar abläuft. Es sei nicht hinnehmbar, dass am 2. Dezember erstmals das Thema Bergschadensverzicht  öffentlich erwähnt werde und sechs Wochen später die Frist ablaufe. Als stellvertretender Landesvorsitzender der CDU im Saarland sei Michael Adam gefordert, sich für eine Fristverlängerung um mindestens sechs Monate zu kümmern.


Die SZ hat die Sulzbacher Verwaltung um Stellungnahme gebeten und folgende Antwort von der Stadt-Pressestelle erhalten: Man habe, so heißt es, bereits in der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses am 22. November über das Thema informiert. Kommende Woche, und zwar am Donnerstag, 14. Dezember, werde darüber auch wieder in der letzten Stadtratssitzung dieses Jahres gesprochen. Des Weiteren habe die Stadt in ihrem Mitteilungsblatt „drei Mal auf die öffentliche Auslegung der Unterlagen in dem Verfahren in unserem Bauamt hingewiesen. Jeder Bürger, der durch das Vorhaben betroffen sein könnte, kann bis 15. Januar seine Bedenken beim Oberbergamt vorbringen“. Was das Thema Gewässer-, Grund- und Trinkwasserschutz angeht, so würden im Übrigen die Stadtwerke Sulzbach gemeinsam mit anderen betroffenen Trinkwasserversorgern eine gemeinsame detaillierte Stellungnahme vorbereiten.

„Das Vorhaben der RAG AG, das Grubenwasser auf -320 Meter ansteigen zu lassen, wird derzeit medial diskutiert“, schreibt die gemeinde Quierschied auf Anfrage. unserer Zeitung. Bürgermeister Lutz Maurer äußert sich dazu wie folgt: „Es handelt sich hierbei um ein sehr wichtiges und durchaus kritisches Thema sowohl für die Gemeinde Quierschied als auch für die anderen betroffenen Kommunen. Es ist sehr schwierig, die möglichen Folgen des Grubenwasseranstiegs auf Grundlage der veröffentlichten Gutachten vollumfänglich zu erkennen. Wir stehen in engem Austausch mit anderen Kommunen, dem Saarländischen Städte- und Gemeindetag sowie dem Regionalverband Saarbrücken, um möglichst viele Informationen zusammenzutragen, die es uns erlauben, eine fundierte Stellungnahme zu formulieren.“



Der Quierschied Gemeinderat befasst sich in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 13. Dezember, mit dem Tagesordnungspunkt „Bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung zum Heben und Einleiten von Grubenwasser am Standort Duhamel in die Saar“. Darüber hinaus plant die Gemeindeverwaltung Anfang Januar eine Informationsveranstaltung, in deren Rahmen ein Gutachter des Oberbergamts seine Sicht der Dinge darstellt.

(mh)