1. Saarland
  2. Saarbrücken

Das Gesundheitsamt Saarbrücken setzt auf SOPESS zur Schuleignung.

Eltern erhalten Fragebogen per Post : Neues Verfahren zur Schuleignung

Fragebogen soll helfen, herauszufinden, ob eine zusätzliche Förderung sinnvoll ist.

Das Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken teilt mit, dass für die Untersuchungen der rund 2700 Kinder, die nach den Sommerferien eingeschult werden, erstmals das neue Verfahren SOPESS angewendet wird. Die Abkürzung steht für Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für die Schuleingangsuntersuchung und ist ein standardisiertes Verfahren zur Überprüfung des Entwicklungsstandes der Kinder.

Etwa 500 Kinder wurden bereits untersucht, die Eltern der weiteren 2200 Kinder haben jüngst per Post einen Fragebogen erhalten. Normaler­weise wird dieser erst bei der Untersuchung ausgefüllt. Dies wurde jetzt vorgezogen, weil aufgrund der Corona-Pandemie die Schuleingangsuntersuchungen im Herbst 2020 pausieren mussten, informiert das Gesundheitsamt.

Dazu Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Dieser Fragebogen ersetzt nicht – wie einige vielleicht befürchtet haben – die Schuleingangsuntersuchung. Er dient unserem Gesundheitsamt nur zur Priorisierung, damit wir in den kommenden Wochen zuerst jene Kinder untersuchen, bei denen wir nach Auswertung der Fragebögen einen individuellen Förderbedarf vermuten.“ So können bereits vor der Einschulung entsprechende Fördermaßnahmen möglichst früh eingeleitet werden.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD). Foto: Regionalverband/Iris Maurer/[iris_maurer]

Allen 2700 Kindern wird also bis zur Einschulung mindestens ein Terminangebot zur Schuleingangsuntersuchung gemacht werden können. Hierzu lädt das Gesundheitsamt in der Regel zwei bis drei Wochen vorher ein. Die Untersuchungen finden dann meist in den Räumen des Gesundheitsamts statt, aktuell in den Außenstellen in Völklingen und in Saarbrücken-Dudweiler.

Mit dem neuen Verfahren SOPESS sollen Entwicklungs- oder Verhaltensdefizite bei den Kindern gegebenenfalls besser und schneller erkannt werden. Im Einzelnen lassen sich Aussagen zu den Bereichen Auge-Hand-Koordination, selektive Aufmerksamkeit, Zahlen- und Mengenvorwissen, visuelle Wahrnehmung, Sprechen und Sprache, fein- und grobmotorische Fähigkeiten sowie Körperkoordination treffen.

Die Untersuchung nimmt rund 45 Minuten in Anspruch. Bis auf die Sprachtests sind dafür keine Deutschkenntnisse erforderlich.