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Covid-19: Mobiles Ärzteteam testet im Saarland auf Coronavirus

Kostenpflichtiger Inhalt: Lungenkrankheit Covid-19 : Mobiles Ärzteteam testet im Saarland auf Coronavirus

Im Saarland gibt es seit Donnerstag ein mobiles Ärzteteam, das mögliche Coronavirus-Patienten zu Hause testet. Beauftragt werden die Mediziner von Arztpraxen – niemand kann sie direkt zu sich rufen.

Wer befürchtet, sich mit Coronavirus infiziert zu haben, soll sich telefonisch an eine Arztpraxis wenden. Dort wird entschieden, ob der Patient als Verdachtsfall einzustufen ist – anhand der Kriterien des für Infektionskrankheiten zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI).

Seit Donnerstag (5. März) können die Praxen über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland ein mobiles Ärzteteam anfordern, das am nächsten Tag zu den Patienten fährt, um Testabstriche zu nehmen. Untersuchungen darf das Team nicht durchführen – nur die Abstriche.

„Wir ersetzen nicht die Arztpraxen, wir entlasten sie“, sagt KV-Vorstand Gunter Hauptmann. Das Ziel sei, potenziell infizierte Patienten möglichst aus den Praxis fernzuhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Betroffenen sollen bei einem Verdacht das Haus nicht verlassen.

Dass der Weg über die niedergelassenen Ärzte führt, ist der KV wichtig. Hauptmann sagt: „Wir wollen, dass kein Massen-Screening stattfindet.“ Denn bei flächendeckenden Tests wäre das beauftragte Labor in St. Ingbert bald überlastet, mögliche Infektionen könnten die Experten nicht schnell genug entdecken.

Sechs Mediziner haben sich für das mobile Ärzteteam spontan zur Verfügung gestellt – manche sind niedergelassene Ärzte, andere bereits in Pension. Ihren Dienst beginnen sie morgens um neun Uhr, der Einsatz dauert „bis alles gemacht ist“, sagt Hauptmann. Die Fahrten teilen sich die Ärzte nach Regionen auf.

Am Donnerstagabend bietet die Kassenärztliche Vereinigung für ihre Ärzte eine Fortbildungsveranstaltung an – über einen Livestream im Internet. Das ursprünglich geplante Treffen war am Mittwoch abgesagt worden. „In der nun aktuellen Situation halten wir es für unverantwortlich, 400 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte am gleichen Ort zu versammeln, da durchaus die Möglichkeit besteht, dass auch dort ein Arzt oder eine Ärztin Träger des Virus sein könnte“, hatte die KV mitgeteilt.