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Coronavirus: Infizierte im Regionalverband Saarbrücken müssen Kontaktpersonen selbst anrufen

Corona-Virus : Corona-Infizierte sollen Kontaktpersonen jetzt selbst informieren

Wer sich mit dem Corona-Virus infiziert hat, muss im Regionalverband Saarbrücken ab sofort selbst die Personen darüber informieren, mit denen er Kontakt hatte. Bislang hatte das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen angerufen.

Weil die Zahl der amtlich registrierten Corona-Infizierten im Regionalverband stark gestiegen ist, wird das Gesundheitsamt jetzt nicht mehr jede Kontaktperson selbst anrufen. Das hat der Regionalverband am Freitag mitgeteilt. Das werden die Infizierten nun selbst machen und sie über die Gefahr einer Ansteckung informieren. „Nach wie vor erfolgt die Entscheidung über Quarantäne-Maßnahmen aber im Gesundheitsamt und die Quarantäne-Verfügung wird vom jeweiligen Ordnungsamt der Stadt oder Gemeinde erteilt.“

Eine weitere Änderung betrifft die Fälle, in denen die Recherche der Kontaktdaten schwierig ist oder diese Personen trotz mehrmaliger Versuche nicht erreicht wurden. „Hier ergeht auch ohne direkten Kontakt nach 72 Stunden eine Empfehlung an die Ortspolizeibehörden, Quarantäne-Verfügungen anzuordnen.“ Und so läuft das Verfahren ab: Dem Corona-Infizierten und den Kontaktpersonen im Haushalt werde sofort vom Amt die Quarantäne mündlich angeordnet. Der oder die Infizierte werde dem Gesundheitsamt dann eine Liste weiterer Kontaktpersonen schicken und diese Personen vorab informieren, damit diese selbstständig in Quarantäne gehen. Auch diese Daten gehen an die Ortspolizeibehörde der Kommune,  um die Quarantäne-Anordnung schriftlich zuzustellen, erklärt der Regionalverband. In Quarantäne muss, wer länger als 15 Minuten mit dem Infizierten zusammen und der Abstand geringer als zwei Meter war, teilt Daniel Schappert von der Pressestelle mit. Für wichtige Berufsgruppen wie Ärzte und Polizisten erfolge zunächst kein Quarantäne-Bescheid, wenn sie keine Symptome haben. Die Kontaktpersonen müssten sich nicht automatisch testen lassen. Schappert: „Sie sollten ihren Arzt oder ihre Ärztin nur dann ansprechen, wenn sie selbst Symptome haben. Nur in diesem Fall ist ein Test angezeigt.“ Symptome können nach Angaben des Robert-Koch-Instituts Fieber, Husten und Kurzatmigkeit sein. Das Gesundheitsamt wird mittlerweile auch von Mitarbeitern aus anderen Bereichen der Regionalverbands-Verwaltung und einigen Schulsekretärinnen unterstützt. Das sind 42 Personen. „Von den 140 Mitarbeitern des Gesundheitsamts sind 110 mit dem Thema Corona befasst“, teilt Schappert mit.