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Corona wirkt nur begrenzt als Unfall-Bremse

Kracht’s weniger in Corona-Zeiten? : Corona wirkt nur begrenzt als Unfallbremse

Lockdown senkt Schadens-Zahl bei den Versicherern lediglich befristet.

Etwas Schlechtes kann durchaus auch mal eine positive Nebenwirkung haben. So haben wir uns die Frage gestellt, ob der Lockdown in Folge der Corona-Pandemie und die damit verbundene Reise- und Bewegungseinschränkungen wenigstens die Zahl der Autounfälle gesenkt haben.

Einen gewissern Rückgang scheint es während des ersten Lockdowns tatsächlich gegeben zu haben, allerdings nicht wirklich nachhaltig. Rene Seelbach, Pressesprecher der Saarlandversicherungen, schildert, dass sich zwar zu Beginn des Lockdowns ein Rückgang bei den gemeldeten Verkehrsunfall-Schäden gezeigt habe, der sich allerdings, übers komplette Jahr 2020 gesehen, wieder weggemittelt hat: „Im Jahresschnitt gab es keine Auffälligkeiten.“ Vielleicht, so Seelbach, liege das daran, dass die Menschen ja auch nach dem ersten Lockdown kaum weggeflogen sind, und daher möglicherweise hierzulande wieder mehr mit dem Auto unterwegs gewesen seien.

Auch im Versicherungsgeschehen allgemein habe es keine wesentlichen Ausschläge gegeben, vielleicht mal abgesehen von einer etwas gestiegenen Nachfrage nach Lebensversicherungen. „Ich glaube schon“, so Seelbach, „dass es da eine gesteigerte Nachfrage nach Vorsorge gibt, aber von einem ‚Megatrend‘ kann man da jetzt nicht sprechen.“ Wobei auch ein nur leichter Anstieg im Geschäftsgeschehen ja schon deshalb positiv sei, weil derzeit die Kontaktaufnahme per Hausbesuch praktisch nicht möglich ist, die Agenturen allerdings telefonisch oder digital kontaktiert werden können oder auch die Vermittlung über Sparkassen möglich ist.

Die bundesweit agierende Cosmos-Versicherung mit Sitz in Saarbrücken hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie die Saarland-Versicherungen: Im ersten Lockdown ist die Anzahl der gemeldeten Unfälle zwar sichtbar zurückgegangen, aber dieser Effekt hat sich nicht durchs ganze Jahr 2020 gezogen. Pressesprecherin Sabine Gemballa schildert: „Natürlich gab es auch bei uns, ebenso wie in der gesamten Branche, diverse Effekte, die am Jahresende die Effekte des Lockdowns größtenteils ausgeglichen haben.“