Corona-Kolumne: Winterberg-Chefarzt über schwere Covid-Verläufe AHA-Regeln helfen der Intensivstation

In einer SZ-Kolumne berichten Ärzte und Pflegepersonal aus dem Saarland von ihren Corona-Erfahrungen. Diesmal schreibt der Intensivmediziner Konrad Schwarzkopf vom Klinikum Saarbrücken über schwere Covid-Verläufe – und wie man der Medizin im Alltag helfen kann.

 Konrad Schwarzkopf

Konrad Schwarzkopf

Foto: SZ/Robby Lorenz

In den nächsten Wochen wird deutschlandweit die intensivmedizinische Behandlung über Leben und Sterben vieler Tausend Covid-19-Erkrankter entscheiden. Anfangs haben wir Intensivmediziner Corona wie eine Grippe behandelt. In den ersten Wochen der Pandemie starben in China 95 Prozent der beatmungspflichtigen Corona-Patienten. Inzwischen kennen wir Corona viel besser: Es ist eben keine Grippe, es schädigt den Organismus ganz anders, viel zerstörerischer, viel komplexer. Wir haben in kürzester Zeit neue intensivmedizinische Behandlungsstrategien etabliert: Komplexe nichtinvasive Beatmungstechniken, Abmilderung der Schockreaktion durch den Wirkstoff „Dexamethason“ in der akuten Phase, frühzeitige blutverdünnende Medikation gegen Organschäden durch Blutgerinnsel, um die aktuellen Eckpunkte zu nennen. Ergebnis: Die Sterblichkeit für die schweren Fälle hat sich halbiert.