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Corona verbreitet sich weiter im Regionalverband Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Regionalverband Saarbrücken : Weitere Ausbreitung im Regionalverband

Die Zahl der Infizierten hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Die Auswertung der Corona-Tests läuft unter Hochdruck.

Den Mitarbeitern der Corona-Teststation in Saarbrücken ist keine Atempause vergönnt. Auch am Freitag warten wieder lange Autokolonnen vor dem ehemaligen Messegelände, wo nach einigen Startschwierigkeiten an verschiedenen Standorten nun bereits seit 25. März die Tests im Regionalverband stattfinden. Bis kurz vor dem offiziellen Ende der Öffnungszeiten um 14 Uhr fahren weiterhin Wagen zur Drive-In-Station vor, wo Mitarbeiter des Gesundheitsamts Abstriche nehmen, ohne dass die Fahrer ihr Auto verlassen müssen.

Mitte der Woche sei der Andrang zeitweise abgeflaut, berichtet ein am Messegelände stationierter Wachmann. Möglicherweise sei die Nachfrage am Freitag wieder so stark angezogen, weil viele sich noch schnell vor dem Wochenende testen lassen wollen. Dabei ist die Teststation in Saarbrücken die einzige im Saarland, die auch Samstag und Sonntag geöffnet haben wird – in den Landkreisen ist die Nachfrage an diesen Tagen zu gering. So wurden beispielsweise in Saarlouis am vergangenen Wochenende insgesamt nur 40 Leute getestet. Die Öffnungszeiten sind, wie auch unter der Woche, zwischen 10 und 14 Uhr, eine ärztliche Überweisung bleibt weiterhin zwingend erforderlich.

Freitagabend meldet das Gesundheitsamt im Regionalverband einen Anstieg der Fallzahlen um 23 – der geringste Anstieg seit Sonntag. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 534, wobei 301 auf die Landeshauptstadt entfallen und 233 auf die neun Städte und Gemeinden im Umland. Das entspricht auch ungefähr der Bevölkerungsverteilung im Regionalverband. Von den knapp 330 000 Einwohnern leben etwas weniger als 180 000 direkt in der Stadt Saarbrücken, was einem Anteil von rund 55 Prozent entspricht. Bei der Zahl der Infizierten entfallen 56 Prozent auf die Stadt.

Am Freitag beziehungsweise in der Nacht zum Freitag sind vier Covid-19-Patienten verstorben. Es handelt sich um zwei Männer (59 und 66 Jahre alt) und zwei Frauen (90 und 92). Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer, die mit dem neuartigen Coronavirus in Zusammenhang gebracht werden, im Regionalverband auf insgesamt 14. Dieser Zahl stehen 116 Menschen gegenüber, die nach Ablauf ihrer Quarantäne symptomfrei sind und daher als genesen gelten.

Am Freitag war außerdem bekannt geworden, dass die Kindertagesstätte Bruchwiese bereits zwei Tage zuvor am 1. April geschlossen werden musste, nachdem ein Kind positiv auf Covid-19 getestet worden war. Das Kind war mit zwei weiteren in der Notbetreuung der Kita untergebracht, die nun beide für 14 Tage in Quarantäne müssen. Wann die Einrichtung wieder öffnen kann, ist aktuell noch unklar.

Der Träger des Seniorenhauses Bischmisheim teilte am Freitag mit, dass die Bewohner der Einrichtung unter häusliche Quarantäne gestellt werden mussten. Dieser Entscheidung voraus gingen mehrere Corona-Fälle unter den Bewohnern, später soll der Virus auch bei Mitarbeitern nachgewiesen worden sein. Konkrete Zahlen seien laut Träger erst möglich, wenn laufende Tests abgeschlossen sind.