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Corona-Pandemie: Saarland will drei Impfzentren einrichten

Kampf gegen Pandemie : Saarland macht sich bereit für den Impfstoff

Das Saarland will im Kampf gegen die Pandemie drei Impfzentren einrichten. Im größten Impfzentrum in Saarbrücken könnten bis zu 2000 Menschen pro Tag geimpft werden.

Mit bis zu 4000 Impfungen pro Tag könnte das Saarland ab dem 15. Dezember im Kampf gegen die Covid19-Pandemie in eine neue Phase gehen. Könnte, denn von den sieben Impfstoffen, die sich derzeit in der engeren Prüfung befinden, ist national noch keiner zugelassen. „Wir sind bestens vorbereitet und warten jetzt nur auf die Freigabe eines Impfstoffes am 15. Dezember“, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Donnerstag gegenüber Journalisten in Saarbrücken. „Wir glauben, dass alles sehr schnell gehen kann, wenn es die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt“, erklärte Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU). Wann welcher Impfstoff zur Verfügung stehe, sei noch unklar.

Die Impfungen könnten  demnach voraussichtlich ab dem 15. Dezember beginnen. Zunächst allerdings nur in extra einzurichtenden Impfzentren, die gemeinsam mit den Landkreisen betrieben werden sollen. Es soll zunächst drei Zentren im Zwei-Schicht-Betrieb von 7 bis 20 Uhr geben – in Saarbrücken und Saarlouis, die Standortsuche für den Landkreis Neunkirchen laufe noch, erklärte Kolling. Sei der Bedarf groß, könnte ein viertes Impfzentrum auch noch im Nordsaarland entstehen. In den Impfzentren würden die Bürger auch individuell aufgeklärt und bei der Nachsorge betreut.

In Saarbrücken auf dem ehemaligen Messegelände am Schanzenberg, wo derzeit auch das Corona-Testzentrum betrieben wird, soll das größte Impfzentrum entstehen. Hier wird von einer Kapazität von bis zu 2000 Impfungen pro Tag ausgegangen. Im West- und im Ost-Saarland wird jeweils mit einer Kapazität von bis zu tausend Impfungen pro Tag gerechnet. Geplant ist zusätzlich  auch der Einsatz von mobilen Teams, die beispielsweise in Pflegeeinrichtungen impfen sollen. Das Land hat das notwendige Impfzubehör in Form von 1,5 Millionen Spritzen und Kanülen sowie weiteres Verbrauchsmaterial bereits beschafft.

Vorgesehen ist ein dreistufiges Impfverfahren, bei dem zuerst vulnerable Gruppen, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Mitarbeiter öffentlicher Sicherheitsdienste geimpft werden. Bestellt sind für das erste Quartal 2021 nach Kollings Angaben 140 000 Impfdosen, die – bei Zweifachimpfung – für 70 000 Personen reichen würden. Vorrangig bedient werden müssten im Saarland aber 120 000 Menschen, die im Gesundheits- oder Bildungssektor oder im öffentlichen Sicherheitsdienst arbeiten. Deshalb soll die Verteilung des Impfstoffes auf Grundlage einer „zentralen Priorisierung“ erfolgen. Diese wird derzeit noch von der Ständigen Impfkommission, dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erarbeitet. Eineinhalb Jahre oder länger könnte es nach Einschätzung des Ministeriums dauern, bis ein Großteil der Einwohner über Hausärzte geimpft sei.

Die Finanzierung des Impfstoffes wird komplett vom Bund getragen. Das Saarland steuert acht Millionen Euro für Aufbau und Betrieb der Impfzentren bei, die aus dem Nachtragshaushalt stammen. Bachmann erklärte erneut, dass es keine Impfpflicht geben werde. Der Impfstoff sei ein Angebot, „gemeinsam einen Weg aus der Pandemie zu finden“. Laut Kolling wird es wohl erst Mitte oder Ende 2021 eine Zulassung für Impfstoffe für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geben.

Details gab es am Donnerstag auch zu den Schnelltests. Die berechtigten Einrichtungen und Unternehmen können, nach Vorlage eines Testkonzeptes, die Tests beschaffen. Sie sollen diese mit einer Vergütung von sieben Euro über den Gesundheitsfonds vollständig refinanzieren können. Für Einrichtungen, die dies wirtschaftlich nicht leisten könnten, habe die Landesregierung eine Million Antigentests bestellt. Die Schnelltests sollen laut Bachmann zum Schutz vulnerabler Gruppen und zur präventiven Testung vor allem in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe eingesetzt werden. Aber auch im Testzentrum und in Bildungseinrichtungen. „Die Antigentests können in Situationen bedeutsam werden, in denen zeitnah die mögliche Infektiösität von Personen abgeklärt werden muss, denn sie liefern schnelle und patientennahe Ergebnisse in 15 bis 30 Minuten“, erklärte Bachmann abschließend.