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Corona-Notklinik aus Messestand-Bauteilen in Homburg-Erbach

Saarbrücken/Homburg : Eine Corona-Notklinik aus Messestand-Bauteilen

Wilhelm Groß aus Hanweiler und Engelbert Schummer aus Güdingen sind Messebauer. Ihre Auftragsbücher für 2020 haben sich in der Corona-Krise innerhalb eines Tages geleert, sechsstellige Umsätze sind verschwunden.

Aber jetzt haben die beiden doch noch etwas zu tun bekommen. In Homburg-Erbach verwandeln sie gerade die Turnhalle der Gemeinschaftsschule an der Sandrennbahn in ein Notkrankenhaus für Corona-Patienten.

„Aus Leichtbauwänden, die man ineinanderstecken kann, entstehen 100 Kabinen, in die je ein Pflegebett und ein Stuhl passen“, sagt Schummer. Man habe alles so ausgemessen, dass die Betten durch die schmalen Eingänge hindurchpassen, für einen zusätzlichen Nachttisch werde es aber nicht reichen. Trotzdem sei man mit großem Eifer bei der Sache, die Mitarbeiter hätten jetzt wenigstens eine Aufgabe.

„Wir haben faire Preise gemacht, nicht teurer als in Nicht-Corona-Zeiten auch. Wir werden uns an diesem Auftrag nicht bereichern, aber wir können arbeiten“, sagt Groß.

Beide Unternehmer rechnen nicht damit, dass sie 2020 noch viel nachholen können. Das Jahr sei gelaufen, sagen sie übereinstimmend. Sie wünschen sich Unterstützung für ihre Firmen – die allerdings nicht zu den Kleinunternehmen zählen.

In Erbach verbauen sie Stellwände, die woanders wegen der Messe-Absagen nicht gebraucht werden. „Ob wir alle Behelfskliniken ausstatten können, wird sich zeigen. Im Saarland ist natürlich auch nicht unbegrenzt Messebau-Material vorhanden. In Homburg werden wir am Freitag fertig sein, dann kommen die Betten“, sagt Schummer.