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Corona-Krise kostet viele Arbeitsplätze im Regionalverband Saarbrücken

Pandemiefolgen in der Region : Saarbrücker Arbeitsmarkt steht unter Corona-Schock

Regionale Arbeitslosenzahl liegt um fast 1000 höher als im April. Rund 4000 Firmen haben seit Mitte März Kurzarbeit angemeldet.

Die Corona-Krise kostet immer mehr Menschen in der Region den Arbeitsplatz. Im Mai waren im Regionalverband 18 681 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 997 mehr als im April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 3406 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 22,3 Prozent). Die Zahl aller Arbeitsuchenden lag mit 31 430 um 943 über dem Vormonats- und 2037 über dem Vorjahresniveau. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den Arbeitslosen unter anderem Menschen, die voraussichtlich nur kurz krank sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Stelle suchen. Die Arbeitslosenquote war mit 10,6 Prozent um 0,5 Prozentpunkte höher als im April und lag um 1,9 Prozentpunkte über dem Wert vom Mai 2019. Eine Arbeitssuchenden-Quote ermittelt die Agentur nicht.

Ein Ende der Virusfolgen ist nicht in Sicht. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen gravierenden Einschnitte auf dem Arbeitsmarkt werden uns die nächsten Monate weiterbegleiten und enorm herausfordern,“ sagt Madeleine Seidel, die Chefin der Agentur für Arbeit Saarland. Dabei verhindere die Kurzarbeit Schlimmeres. Seidel: „Auch wenn wir einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen verzeichnen haben, so profitiert unser regionaler Arbeitsmarkt aktuell noch von umfassenden Stützungsmaßnahmen. Kurzarbeitergeld ist eine wesentliche Säule zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Die hohe Inanspruchnahme zeigt, dass auf dieses Fundament momentan viele Unternehmen bauen.“

Arbeitslose im Regionalverband Saarbrücken im Mai 2020 Foto: SZ/Müller, Astrid

Im Mai haben im Regionalverband weitere 245 Unternehmen für insgesamt 2311 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Immerhin sind das deutlich weniger als zum Höhepunkt der Krise im April. Im April hatten 2893 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. In diesen Anmeldungen waren rund 35 948 Beschäftigte angegeben. Seit Beginn der Corona-Krise Mitte März haben insgesamt 4081 Unternehmen aus der Region Kurzarbeit für 56 917 Frauen und Männer angemeldet.

 Wie sehr die Krise Saarbrücken und die Umlandkommunen trifft, zeigt ein Vergleich der Arbeitslosenquoten: Hier liegt der Regionalverband mit 10,6 Prozent deutlich vor dem Landkreis Neunkirchen (8,3). Die niedrigste Quote verzeichnet die Agentur für den Kreis St. Wendel (4,1 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 319 auf 5371 gestiegen. Das waren 57,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 616. Sie erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 28 und lag um 274 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 1815. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 94 und gegenüber dem Vorjahr um 473 gestiegen.

Beim Jobcenter im Regionalverband waren im Mai 13 310 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 678 mehr als im April. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 1440 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Mai bei 1160. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 136 und gegenüber dem Vorjahr um 173 gestiegen. 3440 Arbeitslose waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber April um 71 und gegenüber Mai 2019 um 274 erhöht.

41,7 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Mai 5556. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 933 (plus 20,2 Prozent).

Unternehmen der Region haben im Mai 515 Stellen gemeldet, 220 mehr als im April, jedoch fast ein Viertel weniger vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 3115 offene Stellen gemeldet, rund ein Fünftel weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 2163 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit fast ein Drittel unter dem Vorjahresniveau.