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Corona greift Brillen an - wenn sie "dank" Maske von der Nase fliegen

Mit dem Maskenband auf Kriegsfuß : Corona greift auch Brillen an

So manche Brille flog im Kampf mit der Maske schon von der Nase. Die Schäden halten sich aber in Grenzen, sagen Optiker.

Es gibt so etwas wie natürliche Feinde – Erzfeinde sogar: Katz‘ und Maus, Teufel und Weihwasser, Trump und Wahrheit – und natürlich auch Maske und Brille: Welcher Brillenträger hat ihn noch nicht geführt, den Kampf mit dem Masken-Band? Sorgt Corona so indirekt für mehr zerstörte Brillen und einen Zulauf bei den Optikern? Wir haben nachgefragt.

Ja, auch Annette Lutz von Optic Lutz am Unteren Markt in Neunkirchen, kennt „Brillenopfer“ der Maskenpflicht. Es kommen schon Kunden mit zerkratzten Gläser, verbogenen Brillengestellen: „Sie bleiben beim Abziehen der Maske an der Brille hängen, die rutscht halb von der Nase, fällt manchmal auch runter“, berichtet Annette Lutz. Das Verbiegen ist dabei das häufigste Phänomen. Kleine Dienstleistungen wie Schräubchen nachziehen übernehme der Optiker als Kunden-Service, sagt Lutz. Auch das Beschlagen der Brillengläser beim Tragen der Maske wird oft von Kunden angesprochen: „Beschlagene Gläser gibt es schon immer, doch sonst kennen wir das nur im Winter.“ Aber dagegen lasse sich was tun mit Sprays und Tüchern: „Da kann der Optiker helfen.“

„Wir hatten da schon zwei, drei Fälle. Ein Massenphänomen ist es aber nicht“, schildert Manuel Hoff, der Chef von Optik-Hippchen in Saarbrücken-St.Johann. Hoff: „Das große Thema in Zusammenhang mit den Masken ist eher das Beschlagen der Brillen“, das nerve die Brillenträger. Die „Klassiker“ an Brillen-Unfällen seien nach wie vor das schlichte Runterfallen oder auch mal Draufsetzen. Und Hoffs kuriosester Brillen-Fall, von dem er erfahren hat? „Die Brille blieb auf einem Tablett im Flugzeug liegen, und die Reste auf den Tabletts kommen dann in eine Art Schredder“, aber auch diese Brille sei noch zu reparieren gewesen.

In Püttlingen schildert Optikerin Stephanie Holl, dass es „nicht wahnsinnig viele“ Brillen sind, die durchs Masken-Auf- oder -absetzen beschädigt werden, „und meistens sind sie nicht komplett kaputt, sondern es genügt dann ein Nachjustieren.“ Das entspreche auch den Rückmeldungen, die man aus der Augenoptiker-Innung Rheinland-Pfalz/Saarland bekomme, sagt deren stellvertretender Innungsmeister Andreas Müller, Optiker in Spiesen-Elversberg.

Und was sind so die häufigsten Fälle, wie Brillen kaputt gehen? „Männer stecken ihre Brille gerne mal ohne Etui in die Hemdtasche“, sagt Optikerin Stephanie Holl; wenn dann der Sicherheitsgurt drübergelegt wird oder die Brille beim Vorbeugen herausfällt, kann sie schon Mal kaputt gehen. Auch beliebt: Die Lesebrille, die unten im Einkaufskorb liegt. Ein festes Etui biete da Schutz. In ihrem Verwandtenkreis „ist sogar mal ein Auto über ein Metall-Etui drüber gefahren – die Brille hat’s überstanden.“ Und ungewöhnliche Fälle für Brillenschäden? „Eine Kundin hatte ihre Brille auf dem Autodach liegen lassen – die war weg.“

Bei Honecker-Optik in Sulzbach sind durchaus schon ein paar Brillen mit Schäden durchs Masken-Tragen abgegeben worden, schildert Inhaberin Iris Liebetrau-Cloos. Meist seien es verbogene, auch mal abgerissene Bügel, die sich reparieren lassen. In einem Fall sei die Brille beim Maske-Abnehmen heruntergefallen, vom Schuh abgeprallt und vor einem Auto gelandet, das drüberfuhr – „so sah die Brille dann auch aus“. Auch dass jemand auf eine maskenbedingt heruntergefallene Brille draufgetreten ist, sei schon vorgekommen.

Die Optikerin aus Sulzbach erinnert zudem an eine besonders gebeutelte Gruppe: „Menschen, die sowohl Brille als auch Hörgerät tragen – die haben ja kein Platz mehr hinterm Ohr.“ Ihr seien da schon öfter starke Druckstellen aufgefallen.

Vielleicht könne für den ein oder anderen Brillen- oder Brillen- und Hörgerät-Träger eine Maske zum kleben hilfreich sein, die es inzwischen gibt. Auch eine Möglichkeit: Eine Brillenkette schützt die Brille vor dem Herabfallen. Was sie selbst benutzt ist eine Art Masken-Kette, die den Umgang mit der Maske vereinfacht, besonders, wenn man sie öfter mal ab- und wieder aufsetzen muss.