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Corona: Gesundheitsamt Saarbrücken stoppt flächendeckende Kontaktnachverfolgung

Corona-Lage spitzt sich zu : Gesundheitsamt im Regionalverband Saarbrücken stellt flächendeckende Kontaktnachverfolgung ein

Das Gesundheitsamt im Regionalverband Saarbrücken zieht die Notbremse: Nur noch bei größeren Ausbrüchen, in Schulen, Kitas und Pflegeheimen sollen Mitarbeiter Kontakte nach einer Covid-19-Infektion nachverfolgen.

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen schnellen in die Höhe. Jeden Tag werden neue Höchststände gemeldet. Das schlägt sich auch bei den Gesundheitsämtern durch. Darum zieht die Behörde im Regionalverband Saarbrücken jetzt die Notbremse.

Ab sofort gibt es keine flächendeckende Kontrolle der Kontakte mehr nach einer bekannt gewordenen Infektion. Das lässt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) mitteilen. Nur noch bei „größeren Ausbruchsgeschehen“ soll dies der Fall sein, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Außerdem konzentrierten sich die Mitarbeiter auf Schulen, Kindertagesstätten sowie auf Alten- und Pflegeheime.

Was das für jeden einzelnen bedeutet?

  • Wer privat positiv getestet ist, damit also mit dem Corona-Virus infiziert, bekommt keinen Anruf mehr aus der Behörde, wie es bislang Usus war. Jetzt gibt’s nur noch Post nach dem Befund von der Ortspolizeibehörde, um in häuslicher Quarantäne zu bleiben. 
  • Die Folge: Das Gesundheitsamt ermittelt keine Kontakte mehr des Infizierten und informiert diese auch nicht mehr. Da müssen sich die Betroffenen nun auf die Auskunft der mit dem Corona-Virus angesteckten Person verlassen. Die engen Kontakte zu Ungeimpften müssen selbstständig dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden; E-Mail: kontaktperson@rvsbr.de. Denn nur diese erhalten daraufhin einen Quarantäne-Bescheid der Ortspolizeibehörde
  • Für Ungeimpfte heißt das: Wer Kontakt mit einem positiv Getesteten hatte, muss umgehend in Quarantäne.
  • Geimpfte sollen sich regelmäßig testen lassen.

Generelle Kontaktnachverfolgung eingestellt

Da die Zahlen der Neuinfektionen so stark steigen, schaffen es die Mitarbeiter mittlerweile nicht mehr, alle Betroffenen anzurufen und auch deren Kontakte ausfindig zu machen. Gleichzeitig stiegen nach Angaben aus der Regionalverbandsverwaltung Bürgeranfragen per Telefon und Post beziehungsweise E-Mail. Von rund 500 täglichen Anrufen in der Vorwoche liege der Bedarf mittlerweile bei 1300 Telefonaten. Deshalb sollen Anrufer bis zu 90 Minuten in der Warteschleife gehangen haben.

„Diese nun in weiten Teilen einzustellen, war [...] ein notwendiges Mittel und ist in anderen Bundesländern wie beispielsweise Baden-Württemberg und Berlin seit vielen Wochen Normalität“, wird Gillo zitiert.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Regionalverbands Saarbrücken.

www.regionalverband.de/corona