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Corona: Fünf gute Nachrichten aus dem Saarland zu Ostern

Kostenpflichtiger Inhalt: Ostern in Zeiten der Corona-Pandemie : Fünf Corona-Nachrichten, die den Saarländern Hoffnung geben

Die Situation ist für alle bedrückend. Die Infektionszahlen steigen. Im Saarland sind inzwischen rund 2000 Menschen positiv getestet worden. Niemand weiß, was in den kommenden Wochen alles passieren wird. Doch für den Moment gibt es durchaus positive Nachrichten.

  1. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus im Saarland verlangsamt sich: Vor drei Wochen, als die ersten drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft traten, hat sich die Zahl der Infektionen im Saarland innerhalb einer Woche verachtfacht. Jetzt steigt diese Zahl innerhalb von einer Woche nur noch etwa um den Faktor 1,8, wie die Landesregierung mitteilte. „Das zeigt, dass unsere Maßnahmen eine starke Wirkung entfalten“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Es könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden. Hans: „Wir sind noch nicht über den Berg, der Höhepunkt steht uns im Saarland noch bevor.“ Die Landesregierung arbeitet nach den Worten von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) bereits an Plänen, wie das öffentliche Leben wieder anlaufen kann – wenn es denn die Infektionszahlen zulassen.
  2. Die ersten schwersterkrankten Corona-Patienten sind geheilt und dürfen das Krankenhaus verlassen: Nach zehntägiger Behandlung entließ das Klinikum Saarbrücken kürzlich den Franzosen Daniel Philipp. Der 64-Jährige war vor etwa zwei Wochen als lebensgefährlich erkrankter Intensivbeatmungspatient auf den Winterberg verlegt worden, weil in Saargemünd die Versorgungskapazitäten erschöpft waren. Diagnose: Covid-19 mit Lungenversagen. „Ich bin auferstanden“, sagte er, als er die Klinik verließ. Und zu seinen Rettern: „Ohne Sie alle wäre ich heute nicht mehr hier. Vielen Dank an toute l‘équipe du Winterberg“. Auch von anderen Krankenhäusern wie den SHG-Kliniken Völklingen kommen gute Nachrichten. Einige Patienten, die beatmet werden mussten, konnten schon wieder entlassen werden. Insgesamt gelten im Saarland mehr als 630 Patienten mittlerweile als geheilt.
  3. Die Behandlungskapazitäten in den saarländischen Kapazitäten sind noch lange nicht erschöpft: Die Zahl der Corona-Patienten, die auf den Intensivstationen der saarländischen Krankenhäuser behandelt werden, hat sich eingependelt, seit einer Woche sind es zwischen 60 und 70. Rund 350 Intensivbetten sind aber noch frei. Prof. Dr. Harald Schäfer, Chefarzt in den SGH-Kliniken Völklingen, einem von landesweit drei Corona-Behandlungszentren, sagte der SZ: „Bundesweit, im Saarland und in unserer Klinik sind derzeit ausreichend Kapazitäten da. Wir müssen aber wachsam sein: Es kann immer wieder zu Ausbruchs-Ereignissen kommen, bei denen die Fallzahlen schnell steigen. Das große Risiko sind die Alten- und Pflegeheime.“
  4. Die Hilfsbereitschaft Freiwilliger in den saarländischen Krankenhäusern ist enorm: Auf einen Aufruf der Ärztekammer hin haben sich rund 130 Ärzte gemeldet, die im Ruhestand sind oder inzwischen in einem anderen Beruf arbeiten und die gerne mit anpacken würden, wenn ihre Hilfe gebraucht wird. „Das macht mich zuversichtlich, dass wir diese schwie­rige Lage gemeinsam miteinander meistern können“, sagte Kammerpräsident Dr. Josef Mischo. Außerdem haben sich zahlreiche pensionierte Mediziner direkt bei ihren ehemaligen Kliniken gemeldet. Zudem haben sich bei der Arbeitskammer rund 230 Pflegekräfte registrieren lassen, die nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Überwältigend auch die Zahl von Studenten, die ihre Hilfe angeboten haben. Auf dem Winterberg sind es 90, bei der Uniklinik sogar mehrere hundert.
  5. Die saarländischen Labore können immer mehr Corona-Tests untersuchen: Eine neue Testmaschine soll in Kürze die tägliche Kapazität im MVZ-Labor Saar in St. Ingbert auf 1600 steigern. Vor wenigen Wochen konnten dort erst 400 Proben am Tag untersucht werden. Zudem stellt das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) ab sofort seine eigenen Laborkapazitäten zur Verfügung. Dort werden normalerweise unter anderem Tierproben untersucht. „Wie wir alle wissen, ist der Zeitfaktor bei den Corona-Tests wichtig. Je schneller die Ergebnisse vorliegen, desto schneller können Maßnahmen greifen. Die Laborkapazitäten sind knapp, da wollten wir helfen“, erklärte Umweltminister Reinhold Jost (SPD), der für das LAV verantwortlich ist.