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"Clowns ohne Grenzen" gibt es nun auch im Saarland

„Clowns ohne Grenzen“ bringen Freude zu den Kindern : Die hohe Kunst des fröhlichen Scheiterns

Nun gibt es auch eine „Clowns ohne Grenzen“-Gruppe im Saarland. Ein ausgebildeter Spaßmacher klärt auf.

Ein sonniges Gemüt – und so die gute Laune rasch erblüht: Es ist Thomas Schug aus Quierschied, der mit einem Lächeln im Gesicht die trüben Tage dieses Winters beiseite schiebt. So wie der Wind die Wolken wegschubst. Der 57-Jährige hat zum fröhlichen Besuch im SZ-Büro seine Mitstreiterin Nadine Kipper mitgebracht. Die 37-jährige Quartiersmanagerin im ehemaligen Saarbrücker Stadtbad mit jetzigem Mehrgenerationen-Wohnen (Bürgerzentrum Mühlenviertel) und der Kriminaloberkommissar eint ein besonderes Hobby: das des clownesken Daseins. Schug und Kipper haben in der Landeshauptstadt eine Regio-Gruppe von „Clowns ohne Grenzen“ gegründet. Die Zentrale ist in München. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein mit aktuell 150 Mitgliedern aus ganz Deutschland. Er besteht aus Spaßmachern, Artisten und Musikern, die ehrenamtlich in Krisengebiete reisen, um dort vor Menschen in sehr schwierigen Situation aufzutreten.

„Die Augenblicke voller Freude und Heiterkeit während der Besuche wirken lange nach, besonders bei Kindern, dem wichtigsten Zielpublikum“, weiß der Mann aus Quierschied. Auch in Deutschland spielen die Clowns, beispielsweise in Heimen und anderen Einrichtungen. Und wie kommt man zum lustig-quirligen Job in der Freizeit?

Nach Theater und Fastnacht, berichtet der Ehemann sowie Vater von zwei erwachsenen Kindern, habe er eine neue vergnügliche Aufgabe gesucht. Habe in der SZ von den Klinikclowns und ihrem segensreichen Wirken erfahren, um dann eine mehrtägige spezielle Ausbildung zu absolvieren. Bei einem weiteren Lehrgang sei er dann auf Mitglieder von „Clowns ohne Grenzen“ gestoßen und da am Ende hängengeblieben. Thomas Schug selbst war noch nicht als Clown im Ausland, erfreut aber schon mal in einem Quierschieder und in zwei Saarbrücker Altenheimen die Bewohner.

Und beglückt mit seinen herrlichen Albernheiten mehrfach schwerstbehinderte Jugendliche in einem Heim in Ottweiler. Da gibt es regelmäßig eine Clown-Disco, auf die die jungen Leute abfahren – mit fetziger Musik und Rollstuhl-Tanz. Die ersten Auftritte seien nicht einfach gewesen, sagt der 57-Jährige, dann aber habe er das als „ganz toll“ empfunden. Und zwar als er merkte, dass er Zugang zu seinen Zuschauern fand.

„Man sollte die Kunst des Scheiterns beherrschen“, sagt schmunzelnd der Polizeibeamte. Ein paar handfeste Peinlichkeiten auf der Bühne produzieren, das finden vor allem Kinder wahnsinnig komisch. Die Klaviatur clownesker Techniken, die haben Thomas Schug und seine Mitstreiterin Nadine Kipper erlernt und verinnerlicht. So führt man auch gern mal die Klappstuhl-Nummer vor, bei dem das Sitzmöbel alles Mögliche macht, außer seinen Besitzer unfallfrei auf sich sitzen zu lassen. „Ein Clown lebt von der Improvisation“, erklärt unser Gegenüber. Zum guten Schluss kommt er noch auf die Fantasie-Sprache Gibberisch zu sprechen. Das ist ein herrlich sinnfreies Gebrabbel, das keinem Regelwerk unterworfen ist und lustig klingt. Kinder liebten auch solchen Nonsens und könnten so alles um sich herum eine Zeitlang vergessen. „Gemeinsam lachen bringt Menschen zusammen“, sagt Nadine Kipper. Und schon heißt es wieder Abschied nehmen.

Am Samstag, 26. Januar, kommt der Film „Joy in Iran“ in deutsche Kinos, unter anderem für eine Woche ins Kino „achteinhalb“ in Saarbrücken. Dabei handelt es sich um einen Dokumentarfilm über eine Reise von drei Clowns besagten Vereins in den Iran.

Kontakt: Thomas Schug, Tel. (01 57) 72 87 43 20.

www.clownsohnegrenzen.org