Bundessieg für Plege-Azubi aus Saarbrücken

Menschen im Regionalverband : Bundessieg für Pflege-Azubi aus Saarbrücken

Nadine Meiser macht eine Ausbildung bei der Caritas und darf sich jetzt auf eine Reise nach New York freuen.

„Als wir am Ende zu dritt auf der Bühne standen, konnte ich es kaum glauben“, erzählt Nadine Meiser und denkt zurück an den Augenblick, als ihr klar wurde, dass sie kurz davor stand, den Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“ zu gewinnen. Nach und nach waren alle übrigen Preise vergeben und nur noch die drei Hauptgewinner übrig. Dass Meiser dann als bundesweit beste Auszubildende ausgezeichnet wurde, sei der „absolute Wahnsinn“.

Meiser ist derzeit im zweiten Lehrjahr als Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege am Caritas-Schulzentrum in Saarbrücken. Im Frühjahr hatte sie per Rundmail von dem Wettbewerb erfahren. „Ich wusste, dass es dort die Chance gibt, renommierte Pflegewissenschaftler zu treffen und sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen“, sagt die 20-Jährige. „Das war für mich ein Anreiz.“ Beim Vorentscheid im März in Köln setzte sie sich als beste Saarländerin durch: „Ich habe mich nicht großartig vorbereiten können, da man ja überhaupt nicht weiß, was abgefragt wird – es war wohl auch ein bisschen Glück dabei.“

Bei der Endausscheidung in Berlin mit 23 Teilnehmern aus ganz Deutschland standen an zwei Tagen schriftliche und praktische Prüfungen auf der Tagesordnung. „Ich hatte schon ein ganz gutes Gefühl. Aber dass ich tatsächlich gewinnen könnte, damit hätte ich niemals gerechnet“, sagt Meiser. Neben den Gesprächen mit der Schweizer Ordensschwester Liliane Juchli und dem Pflegeberater und Buchautor Siegfried Huhn, die den Wettbewerb die ganze Zeit begleiteten, waren das Abendessen auf dem Fernsehturm und der Besuch im Bundesrat besondere Höhepunkte für die Schülerin.

  Auf die Arbeit in der Pflege wurde Meiser bereits während eines Schulpraktikums am Caritasklinikum aufmerksam. Nach jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit beim Roten Kreuz und einem Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Rettungswache Heusweiler war sie sich dann sicher: Die Pflege ist der richtige Beruf. „Über das Caritas-Schulzentrum hatte ich viel Gutes gehört,  und es war mir wichtig, dass ich eine gute Ausbildung mache.“

 Ausbildungsbegleitend studiert Meiser in Mainz im dualen Bachelorstudiengang „Gesundheit und Pflege“. Zwei Wochen pro Semester verbringt sie vor Ort; ihre praktischen Studienleistungen absolviert sie in Saarbrücken. Manchmal wird die junge Frau gefragt, ob sie Medizin studiert. Ihre Antwort: Nein, ich studiere etwas noch viel Cooleres. Meiser: „Als Pflegekraft hat man die vielseitigsten Aufgaben und ist am nächsten dran an den Patienten. Kein Tag ist wie der andere, und man kann sich ständig verändern und weiterentwickeln.“ Aber: „Es wird Zeit, dass die Pflege ihre Professionalisierung vorantreibt, und dass die Pflege in Deutschland ihren eigenen Berufsstand mal auf den Kopf stellt. Denn leider haben noch immer viele Menschen gar keine richtige Vorstellung davon, was wir eigentlich den ganzen Tag tun.“

 Derzeit ist die Uchtelfangerin im Caritasklinikum im Kreißsaal eingesetzt, konnte aber unter anderem auch schon die Neurologie, die Unfallchirurgie und die Palliativstation kennen lernen. „Die leider oft wenige Zeit, die ich mit meinen Patienten verbringen darf, weiß ich sehr zu schätzen. Und so gern ich es auch würde – ich kann leider nicht jedem so viel Zeit schenken wie er braucht. Trotz allem: Ich gehe am Ende des Tages immer mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich mir sicher bin, etwas Sinnvolles getan zu haben.“ Als Preis für ihren Sieg hat Meiser eine Reise nach New York inklusive Taschengeld gewonnen. Zusätzlich ist sie als Mitglied in die „Nationalmannschaft Pflege“ aufgenommen worden. Auch dort warten spannende Fortbildungen auf die 20-Jährige. Und eventuell sogar eine Reise nach China. Aber zuallererst will sie sich auf ihre Ausbildung und das Studium konzentrieren: „Mein Ziel ist es, mich immer weiterzuentwickeln, denn nur so kann ich langfristig meine Patienten gut versorgen.“

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