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Bund investiert 4,4 Millionen am Güdinger Wehr

Keine Einschränkungen für Freizeitverkehr auf dem Leinpfad : Bund investiert 4,4 Millionen am Güdinger Wehr

Es sind aufwändige Bauarbeiten, die derzeit an der Güdinger Schleuse zu beobachten sind. Dazu werden die zwei Wehren abwechselnd trocken gelegt.

Die Güdinger Schleuse ist ein Relikt aus alter Zeit, gebaut 1863 und seitdem rund um die Uhr dem Druck des Wassers ausgesetzt. Seit Jahren ist hier eine Baustelle, jetzt sehen die Spaziergänger wieder Bagger am Wehr. Eine Revision der Anlage wurde notwendig, nachdem im Jahr 2008 ein Gutachter festgestellt hatte, dass die Sohle der Schleusenanlage nicht mehr ausreichend standsicher ist. In einem ersten Bauabschnitt wurde die eigentliche Schleuse generalüberholt, dann die Wehranlage, mit der das Wasser zurückgestaut wird. Schon 2019 war dazu eine große Baustelle zwischen Leinpfad und der Bundestraße auf dem anderen Ufer eingerichtet, eine Behelfsbrücke wurde gebaut und wieder abgebaut (wir berichteten). Jetzt geht es im Oberwasser weiter.

Ein Damm wurde aufgeschüttet, ein Bagger legt damit den rechten Teil des Wehrs trocken. Der Grund: Das alte Wehr kann momentan überhaupt nicht für Wartungsarbeiten trockengelegt werden, ohne dass man das Wasser der Saar aufwändig mit einem künstlichen Damm umleitet. Da man aber alle sechs Jahre Wartungsarbeiten vornehmen muss, braucht man keinen Damm, sondern eine Anlage, mit der das Wasser zeitweise umgeleitet werden kann: einen sogenannten Revisionsverschluss aus Stahlplatten. Andreas Theobald vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) des Bundes in Trier leitet das Projekt, das jetzt begonnen hat und nicht mehr zu übersehen ist. Ziel des jetzt begonnenen Bauabschnitts sei es, den rechten Abschnitt der zweigeteilten Wehranlage komplett trockenzulegen, um Zugang zu den Klappen des Wehrs herzustellen. „Dies ist notwendig, um später Unterhaltungsarbeiten an den Wehrverschlüssen, den sogenannten Fischbauchklappen oder den Antrieben durchführen zu können“, erklärt Theobald. Mit dem Wall und zusätzlichen Spundwänden leite man die Saar komplett über das linke Wehr um. In der Baugrube vor dem Wehr werde das WSA den Revisionsverschluss einbauen. „Den wird man später gar nicht wahrnehmen. Wir können dann aber bei Bedarf Stahlplatten mit einem Mobilkran einsetzen und das Wehr relativ einfach und schnell trockenlegen, um daran zu arbeiten.“

Die Baustelle wird bis 2023 andauern, denn wenn man rechts fertig ist, bekommt das linke Wehr ebenfalls einen Revisionsverschluss. Arbeiten könne man wegen der Hochwassergefahr nur in den Sommermonaten. Das Projekt koste 4,4 Millionen Euro. Mit dem Denkmalschutz würden diese letzten Arbeiten an der Schleuse nicht kollidieren, da die Einbauten keine Auswirkungen auf die alte Schleusenanlage hätten und sie auch optisch nicht beeinträchtigen würden. Das Wehr selbst wird bei dieser Gelegenheit ebenfalls auf einen neuen Stand gebracht. Das WSA wird die Fischbauchklappen, über die eindrucksvoll das Wasser Richtung Saarbrücken strömt und die Antriebe der Klappen, erneuern. Aktuell beeinträchtigen die Bauarbeiten den Freizeitverkehr auf dem Leinpfad nicht, die Baustellenzufahrt erfolgt über die Bundesstraße am rechten Saarufer.