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Autorenmeinung
Ohne Parteibuch geht’s auch

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Dass die Q.lisse als Kulturstätte in der Gemeinde Quierschied gut angenommen wird, ist nicht neu. Ebenfalls bekannt ist, dass sowohl die vielen Zuschauer und -hörer als auch die Akteure sich in den Räumen wohl fühlen und gerne hierher kommen. Von Thomas Feilen

Jetzt hat auch der Architektur-Kritiker Ulf Meyer aus Berlin den Bau sehr gelobt. Das hat Bürgermeister Lutz Maurer (stellvertretend für Beteiligte und die Quierschder) gerne gehört und auch angenommen.


Er hat in die positive Bewertung aus Expertenmund aber auch seine Vorgängerin im Amt, Karin Lawall, ausdrücklich mit eingeschlossen. Und das nimmt man dem agilen Verwaltungschef auch ab. Steht er doch als Parteiloser weder im Verdacht, einer „Genossin“ noch nachträglich „e Schmier se mache“ noch einen „politischen Gegner“ mit beißender Ironie zu überziehen. Auch seine Art der Amtsführung lässt keine Zweifel zu, dass ihm das Parteibuch weder bei den Beschäftigen noch den Gemeinderatsmitgliedern von Belang ist. Maurer schielt auch nicht auf ein Parteiamt, um nach einer Wahl die Karriereleiter nach oben zu steigen.

Da muss die Frage erlaubt sein, warum die Parteien nicht öfter (oder generell) eine Persönlichkeit ohne Mitgliedsbuch zum obersten Verwalter einer Kommune machen.



Die könnte dann ohne Zwang versuchen, das jeweils Beste für die Menschen vor Ort rauszuholen und müsste dabei nicht auf Befindlichkeiten der Parteien Rücksicht nehmen. Und deren Vertreter wären freier bei der Suche nach Verbündeten (gleich welchen Lagers). Mal schauen, ob die kommenden Wahlen auf lokaler Ebene mehr solcher „Parteiloser“ in Amt und Würden bringen. Es bleibt also spannend.