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Unmut bei den Bürgern
Bürgermeistern sind die Hände gebunden

Sulzbach-/Fischbachtal. Die Verwaltungschefs sehen keine Möglichkeit, auf die unternehmerische Entscheidung der VVB Einfluss zu nehmen. Von Thomas Feilen

Die Vereinigte Volksbank (VVB) Saarlouis-Sulzbach hat die Schließung von 28 Filialen und Selbstbedienungs-Stationen im Saarland angekündigt (die SZ berichtete). Davon betroffen sind auch die drei Kommunen in unserer Region.


Die Pläne des Geldinstitutes gelten auch für den Standort Fischbach-Camphausen. „Wir als Verwaltung haben zwar keinen Einfluss auf die wirtschaftlichen Entscheidungen eines Unternehmens“, sagt Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer verärgert, „aber wenn eine Bank, die mit dem Slogan meine VVB... wirbt, sich in dieser Form und auch so kurzfristig aus der Breite zurückzieht, ist das ein Besorgnis erregendes Signal.“ Unter dem Deckmantel der Zukunftsorientierung werde hier dem Kommerz der Vorrang vor der Kundenorientierung gegeben. Die Mitarbeiter aus Fischbach sollen laut Angaben der VVB künftig in der Filiale Quierschied ihrer Arbeit nachgehen. Was Lutz Maurer aber viel mehr antreibt, ist die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Fischbach. „Man hat uns zugesagt, dass vorerst zumindest eine SB-Station bestehen bleibt“, so der Verwaltungschef, „damit ist gewährleistet, dass die sicher nicht wenigen Kunden dort sich zumindest mit Bargeld versorgen, Konto-Auszüge drucken oder Überweisungen tätigen können“. Maurer appellierte an die Verantwortlichen, im Sinne der Menschen in Fischbach eine langfristige Bestandsgarantie für diese SB-Station abzugeben. Auch im Ortsrat Fischbach-Camphausen werde das so gesehen. „Auch wenn online-Banking immer mehr auf dem Vormarsch ist, darf man den klassischen Bankkunden nicht einfach abhängen“, sagt Maurer, „das gehört einfach zur sozialen Verantwortung, die auch Unternehmen wie Banken in unserer Gesellschaft übernehmen müssen“.

Die Aufrechterhaltung zumindest der Grundversorgung bleibe eine zentrale Aufgabe, der sich seine Verwaltung auch künftig stellen werde, so Maurer, „und das betrifft natürlich nicht nur den Finanzdienstleistungsbereich, sondern alle Belange des täglichen Lebens“.



Für die Stadt Sulzbach erklärte deren Bürgermeister Michael Adam auf SZ-Anfrage: „Es ist eine bedauerliche Entwicklung, dass sich die Banken Stück für Stück aus den Stadtteilen zurückziehen. Aber den technischen Wandel werden wir nicht aufhalten können.  Als Kommune haben wir auf diese unternehmerische Entscheidung keinen Einfluss.  Ich bin aber  froh, dass die SB-Center in Neuweiler und in Hühnerfeld noch eine Zeitlang bleiben. Froh bin auch, dass die Schließungen keinen Personalabbau nach sich ziehen.“

Die VVB will ihre Filiale in Bildstock im Januar 2019 schließen, aber zunächst als Selbstbedienungsfiliale mit Bankautomat erhalten. Im Jahr 2020 soll das SB-Center dann ebenfalls geschlossen werden, wie es aus der Stadt heißt. Bürgermeister Rolf Schultheis bedauerte das gestern gegenüber der SZ. Das treffe vor allem die Menschen, die weniger mobil seien, und für Bankgeschäfte am Schalter jetzt nach Friedrichsthal zur VVB-Filiale fahren müssten. Das sei sicher eine große Erschwernis.

Die Verantwortlichen der Bank hätten ihm die Gründe persönlich genannt. Und der Frage nach der Wirtschaftlichkeit müsse sich jedes Unternehmen stellen, natürlich auch ein Geldinstitut. Und natürlich habe der Vorstand seine Vorgaben, die er in die Tat umsetzen müsse. Zunächst bleibe das SB-Center in Bildstock ja noch erhalten.