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Bürgerforum will Saarbrücken attraktiver für Fußgänger machen.

Kostenpflichtiger Inhalt: Autos raus aus der Stadt? : Bürgerforum will weniger Parkplätze

Stadtentwicklungs-Gruppe fordert: Saarbrücken soll zum „Paradies für Fußgänger“ und unattraktiv für Autos werden.

Parkplätze sind keine gute Sache. „Solange wir Parkhäuser bauen, kommen Autos in die Stadt“, sagt Rolf Haller. „Erfolgreiche Städte haben Parkplatz-Abbauprogramme“, sagt Frank Lichtlein und verweist auf Zürich. Haller und Lichtlein sind Mitglieder des Saarbrücker Bürgerforums. Die Organisation, die sich seit 45 Jahren die „Mitwirkung an der Planung und Gestaltung einer menschenwürdigen Stadt“ auf die Fahnen geschrieben hat, bleibt da nicht in der Theorie hängen. Sie schlägt den Abbau von Parkplätzen an drei Stellen vor.

Zum einen soll der Gerberplatz schräg gegenüber dem Landwehrplatz autofrei werden. „An den 30 Parkplätzen, die es dort gibt, hängt sicher nichts. Die können auch ins Parkhaus am Rathaus fahren“, sagt Stefan Schön vom Bürgerforum. Statt Autos sollen dann dort auf der Ecke Bleich-/Großherzog-FriedrichStraße Bänke stehen. „Das wäre schnell machbar“, glaubt die Vorsitzende des Bürgerforums, Ulrike Donié.

Nicht schnell umsetzbar ist eine Forderung, die das Bürgerforum seit vielen Jahren regelmäßig erneuert: Der Beethovenplatz, der von Q-Park bewirtschaftet wird, soll wieder zum innerstädtischen Park werden. Und auch Parkplätze unterhalb der Schlosskirche sollen umgewidmet werden, fordert das Bürgerforum. Dort könnte Platz für kleine Geschäfte entstehen, sagt Donié, etwa Buch und Antiquitätenlädchen wie die der Bouquinisten in Paris, erklärt sie. Das Ziel sei es, Saarbrücken zum „Paradies für Fußgänger“ zu machen. Dazu sei es auch notwendig, Straßen rund ums Rathaus St. Johann für den Autoverkehr zu sperren. Nur Busse und die Saarbahn sollen dort fahren dürfen, aber den Fußgängern den Vorrang lassen. An dieser Stelle Straßen zu sperren, sei ein „deutliches Signal an den Durchgangs- und den Kurzstreckenverkehr“, sagt das Bürgerforum. Die Botschaft an Autofahrer müsse sein: „Es wird schwierig, die Innenstadt zu durchqueren.“

Das Geld, das man bisher „für die Autofahrer ausgibt“, soll anders eingesetzt werden, fordert die Gruppe. „Wir müssen völlig umdenken“, sagt Donié. Es solle nicht mehr in Parkplätze und Straßen für Autos, sondern in gute Fußwege, Beleuchtung, den öffentlichen Personennahverkehr, Bänke, Trinkwasserstelen und öffentliche Toiletten investiert werden, fordert sie.

Die Autofahrer, die weiterhin in der Innenstadt unterwegs sind, sollen gezwungen werden, auf die Bremse zu treten, sagt das Bürgerforum. Konkret fordert es: In der ganzen Innenstadt soll Tempo 30 gelten, auf der Stadtautobahn Tempo 60. Auch mehr Kreisverkehre statt Kreuzungen könnten helfen, findet das Bürgerforum. Wichtig sei auch ein bessere Verbindung durchs Deutschmühlental zur Frankreichautobahn. So könne ein Teil des Verkehrs um die Stadt herum geleitet werden. Bei allen Entscheidungen sei es hilfreich, die Lage im Sinne der Fußgänger, nicht der Autofahrer zu betrachten.