| 20:44 Uhr

Kulturzentrum Breite 63
Bühne für Heimspiele und weitgereiste Barden

 Yann-Fañch Kemener (Mitte) und seine Begleiter bringen bretonische Folklore in die Breite 63.
 Yann-Fañch Kemener (Mitte) und seine Begleiter bringen bretonische Folklore in die Breite 63.
Saarbrücken. Malstatter Breite 63 bietet im zweiten Halbjahr der regionalen Kultur ebenso Platz wie Musikern aus Frankreich und Irland. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Pünktlich zum Ende der Sommerferien lagen überall die neuen Programmhefte der Breite 63 aus. Denn im Malstatter Kultur- und Bürgerzentrum startet das Halbjahresprogramm. Hans-Martin Derow, der künstlerische Leiter der Breite 63, hat eine bunte Mischung von externen und einheimischen Künstlern, von Solokünstlern und Gruppen, von Klassik und Weltmusik, von Festivals und Einzelkonzerten auf die Beine gestellt.


„Wichtig ist mir, dass so ein Programm nicht im luftleeren Raum entsteht“, sagt er gleich zu Beginn des Gesprächs, „sondern dass so etwas nur funktioniert, wenn man gut vernetzt ist.“ Daher arbeitet Derow mit vielen Institutionen zusammen. Dabei nennt er die Bundesvereinigung soziokultureller Zentren. Die Breite 63 gehört diesem Dachverband an und ist dessen Ansprechpartner im Saarland.

Daneben gibt es Kooperationen mit der Stadtteilkulturarbeit, mit dem Sizilianischen Freundeskreis im Regionalverband Saarbrücken, mit dem Verein Saarblues und – für die klassischen Konzerte – mit dem Verein Kube. Weitere Partner sind die Stadt Saargemünd und neuerdings das Saarbrücker Frauenbüro. „Diese breite Vernetzung ist der rote Faden bei unseren Veranstaltungen“, sagt Derow. „So können wir unser Publikum besser erreichen.“ Tatsächlich müsse man mehr Aufwand betreiben, um das Publikum zu erreichen.



Das habe vielleicht auch damit zu tun, dass die Stadt Saarbrücken ihr Programmheft Kakadu eingestellt hat. „Wir können nicht sagen, dass die Auslastungszahlen rückläufig sind. Aber es ist differenzierter als früher. Manches läuft besser, manches schlechter“, erklärt Derow.

Trotzdem wolle man keine massentaugliche Kultur anbieten, sondern dem Publikum auch mal was abverlangen. Insbesondere achtet Derow auf die Mischung. Auch im Herbst gebe es ein Mehrspartenprogramm von „unplugged“ bis zum Hard Rock, von Klassik bis Jazz, mit Chören und Theateraufführungen. „Wir engagieren einheimische und externe Künstler. Denn für die Einheimischen ist die Breite 63 die Heimatbühne, wo sie sich dem Publikum vorstellen können.“

Daher treten in der Breite 63 auch nicht nur Musiker aus der Region auf, sondern auch einheimische Chöre und Theatergruppen. Und bei Künstlern von außerhalb legt man den Schwerpunkt auf die Weltmusik. „Darüber hinaus verstehen wir uns in der Breite 63 auch als eine der Institutionen, die sich den Saarbrücker Städtepartnerschaften mit Nantes und Tbilisi verbunden fühlen“, sagt Derow.

So tritt beim zweiten Saarbrücker Blues- & Roots-Festival Mitte November einer der bekanntesten Künstler für bretonische Musik auf, Yann-Fañch Kemener aus der Nähe von Nantes. Neben all den Konzerten achte die Breite 63 auf jede Menge Veranstaltungen, bei denen das Publikum nicht nur zuhört oder zusieht, sondern auch mitmachen kann. „Zuerst haben wir den Molsch­der Tanztreff, der ist mittlerweile Kult“, sagt Derow lachend.

Dann sind auch Salsa-Abende geplant, zwei Seniorenbälle, hier besteht eine Kooperation mit dem Seniorenreferat des Regionalverbandes, dazu Malerei-Kurse, Ausstellungen und das Repair Café, das aus der Innenstadt in die Breite 63 gezogen ist. Und dann fügt Derow noch hinzu, dass man in der Breite 63 versuche, erschwingliche Kultur auch für den kleinen Geldbeutel anzubieten.

„Das Familienticket liegt uns hier ganz besonders am Herzen. Mit diesem Ticket zahlen zwei Erwachsene für ihre Kinder keinen Eintritt. Damit wollen wir kinderreichen Familien die Chance geben, Kultur zusammen zu erleben.“ Und dann ist man gerade auf eine weitere Neuerung stolz. „Seit Mai haben wir links neben der Breite 63 einen eigenen Parkplatz. Damit hat sich nun auch das Parkplatzproblem erledigt.“

Im Rahmen des „Celtic Strings“-Festivals tritt am Freitag, 21. September, um 20 Uhr Kroazhent auf. Und am 16. und 17. November folgt das zweite Saarbrücker Blues- & Roots-Festival.

Auch der irische Folk-Sänger Andy Irvine wird im Herbst in der Breite 63 auftreten.
Auch der irische Folk-Sänger Andy Irvine wird im Herbst in der Breite 63 auftreten.
Der Frauenchor Constanze steht für die Künstler aus unserer Region, die sich in der Breite 63 ihren Fans präsentieren.
Der Frauenchor Constanze steht für die Künstler aus unserer Region, die sich in der Breite 63 ihren Fans präsentieren. FOTO: Patrick Bergem