Briefwahl ist im Regionalverband Saarbrücken beliebt wie nie.

Kommunalwahl am 26. Mai : Rund 45 000 haben schon gewählt

Briefwahl ist im Regionalverband Saarbrücken beliebt wie nie. Es sind in den zehn Städten und Gemeinden deutlich mehr Stimmen für die Europa- und Kommunalwahlen vorweg abgegeben worden als vor fünf Jahren.

Vielleicht liegt es an Erfahrungen mit Europawahl-Zetteln. Die sind ziemlich lang, weil 41 Parteien und Gruppierungen darauf Platz finden müssen. Oder es liegt an der Papiermenge, für die durchaus etwas Ruhe hilfreich ist, die man in der Wahlkabine womöglich nicht hat. Schließlich sollen die Wählerinnen und Wähler im Regionalverband am Sonntag  ihre Kreuzchen nicht nur für Europa machen. Dazu kommen Stadt-, Gemeinde-,  Bezirks- oder Ortsräte, die Regionalversammlung, der Regionalverbandsdirektor und vielerorts auch noch Oberbürgermeister oder Bürgermeister. Vielleicht haben sich deshalb vor den Wahlen an diesem Sonntag so viele Menschen wie noch nie für Briefwahl entschieden.

In der Landeshauptstadt haben bis Freitagmittag bereits 23 340 Menschen gewählt. Das sind 17 Prozent der Wahlberechtigten. Bei der Kommunalwal 2014 waren es 12,6 Prozent, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. In der Stadt Völklingen hatten bis Donnerstagmittag 3961, also 13,5 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen beantragt. Bei der Wahl 2014 waren es 3313. In der Gemeinde Großrosseln haben bereits 22,21 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme für die Europa- und Kommunalwahlen abgegeben, das sind rund 1500 Menschen. 2014 waren es 13,9 Prozent

Ähnlich sieht es im Köllertal aus: In Riegelsberg haben bereits  2781 Wähler abgestimmt. 2014 waren es  1895 Briefwähler. Von den 15 738 Wahlberechtigten in Püttlingen haben schon rund 3500 ihre Kreuzchen gemacht. Vor fünf Jahren gab es dort 2316 Briefwähler. In Heusweiler gibt es bereits 3057 Briefwähler bei 15 148 Wahlberechtigten. 2014 waren es 2154.

Auch in Quierschied ist die Briefwahl beliebter als vor fünf Jahren. Bis Donnerstagabend hatten in der Gemeinde 1870 Menschen gewählt.

Bei der letzten Kommunalwahl waren es 1546 Briefwähler. 1039 Menschen haben bereits in Friedrichsthal gewählt. 2014 waren es 872. 2394 haben bereits in Sulzbach gewählt. 2014 waren es 1643. Und in Kleinblittersdorf hatten am Freitagnachmittag schon 2012 der 9452 Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Vor fünf Jahren waren es 1072.

Das Wahlamt der Landeshauptstadt hat sich die Briefwähler statistisch genauer angeschaut. Und kommt zum Ergebnis: Die Altersgruppe von 35 bis 44 Jahren hat im Vergleich bisher am wenigsten Briefwahlunterlagen beantragt. Nur 10,8 Prozent dieser Altersgruppe beantragten einen Wahlschein, während es bei den 70-Jährigen und Älteren 24,6 Prozent sind. Insgesamt haben Frauen häufiger einen Wahlschein beantragt als Männer. Nur in der Altersklasse der 70-Jährigen und Älteren liegen die Männer knapp vorn.

Das Saarbrücker Wahlamt hat noch eine Erklärung für die gestiegene Zahl der Briefwähler. Nach einer Gesetzesänderung darf seit 2017 bereits 42 Tage vor dem eigentlichen Wahltag gewählt werden, statt erst ab dem 35. wie bis dahin. „Durch diese Veränderung haben die Wahlberechtigten fast eine Woche mehr Zeit, Briefwahlunterlagen zu beantragen“, erklärt das Wahlamt.

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