Secondhandläden im Regionalverband Soziales Kaufhaus „Wertvoll“ bietet Langzeitarbeitslosen neue Perspektiven

Brebach-Fechingen · Das Kaufhaus „Wertvoll“ in Brebach-Fechingen bietet nicht nur Kleidung und Möbel für Bedürftige. Hier finden auch Langzeitarbeitslose eine Möglichkeit, wieder ins Berufsleben zurückzufinden.

 Das Sozialkaufhaus der GSE des Arbeiter-Samariter-Bundes in Brebach-Fechingen bietet eine breite Palette an Kleidung, Möbeln und Haushaltswaren. Im Bild von links: Geschäftsführer Lukas Münninghoff, Anleiterin Stefanie Spaniol und Projektsteuerer Stefan Ziegler.

Das Sozialkaufhaus der GSE des Arbeiter-Samariter-Bundes in Brebach-Fechingen bietet eine breite Palette an Kleidung, Möbeln und Haushaltswaren. Im Bild von links: Geschäftsführer Lukas Münninghoff, Anleiterin Stefanie Spaniol und Projektsteuerer Stefan Ziegler.

Foto: BeckerBredel

Eine Sprungschanze in die Arbeitswelt und damit in ein geregeltes Leben bietet das soziale Kaufhaus „Wertvoll“ von der Gesellschaft für Sozialeinrichtungen (GSE) des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in Brebach-Fechingen an. Neben einem Angebot an Kleidung, Möbeln, Haushaltsgegenständen und vielem mehr für Bedürftige, bietet das Kaufhaus nach eigenen Angaben mit dem Projekt „Sprungschanze Saarbrücken“ sozialversicherungsfreie Tätigkeiten für 29 Langzeitarbeitslose mit der Möglichkeit, wieder ins Berufsleben einzusteigen.

Stammkundschaft im sozialen Kaufhaus

Seit 2009 existiert das Kaufhaus. Zusätzlich gibt es im Zuge der Winteraktion Saar ein Winter Café, das dasselbe Publikum wie im Kaufhaus ansprechen will. Kein einfaches Café also, sondern darüber hinaus ein Ort, um Hilfe zu finden oder einfach zusammenzukommen. Neben dem Kaufhaus in Brebach betreibt die GSE noch weitere Läden im Saarland. Im Regionalverband gibt es in Dudweiler noch ein zweites Geschäft. „Von den Kunden werden unsere Läden gut angenommen. Wir haben inzwischen Stammkundschaft, die immer wieder kommt und weiß, dass hier schöne Sachen angeboten werden. An Kleidung ist für jeden etwas da. Auch für Kinder gibt es zum Teil hochwertige Ware zu einem sehr kleinen Preis“, so der Geschäftsführer der GSE, Lukas Münninghoff. Der Verkauf richte sich an Bedürftige.

„Wir bieten den Projekt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern eine sinnvolle Tätigkeit. Hier können sie auch einige Kompetenzen für den Arbeitsmarkt erwerben“, so Münninghoff. Projektsteuerer Stefan Ziegler erklärt die finanzielle Lage des Betriebs: „Wir sind auf Sachspenden angewiesen. Möbel, Kleidung, Haushaltswaren und Elektrogeräte werden benötigt. Zurzeit brauchen wir vor allem Möbel. Jede Spende leistet einen Beitrag zur Armutsbekämpfung und hilft uns weiter.“ Mit finanzieller Unterstützung des Landes, des Regionalverbandes, des Europäischen Sozialfonds und mit eigenen Mitteln werde das Kaufhaus betrieben.

„Die Armut in der Gesellschaft wächst“

Stefanie Spaniol ist Anleiterin im Kaufhaus und erlebt den Alltag im Geschäft hautnah. „Es ist schön, mit den im Projekt Beschäftigten zusammenzuarbeiten. Mir ist aufgefallen, dass die Leute die Hilfe sehr gut annehmen. Man bemerkt häufig, dass sie eine Lehre aus Situationen und der Beschäftigung ziehen“, so die langjährige Leiterin. Hans Joachim Kunz hat den Weg aus der Arbeitslosigkeit geschafft. Durch gute Mitarbeit und Engagement sei der ehemalige Projekt-Teilnehmer heute sozialversicherungspflichtig bei der GSE beschäftigt. Münninghoff äußert Kritik an der Haushaltsplanung des Bundes: „Die Armut in der Gesellschaft wächst. Durch die Verteilung des Sozialetats werden wir unter Druck gesetzt“, beklagt der Geschäftsführer. Dabei sei die GSE „eine wichtige soziale Infrastruktur“.

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