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Borkenkäfer wütet im Saarland. 2020 mehr Schadholz im Wald

Großer Schaden im Wald : Borkenkäfer zerstörte 2020 ein Prozent des Saar-Forstes

Das kleine Insekt sorgte in den saarländischen Wäldern für Schäden in Millionenhöhe. Bald fliegt der Schädling wieder aus.

Der Borkenkäfer hat auch 2020 wieder große Schäden an Fichten im Saar-Staatswald angerichtet. Mit einer Schadholzmenge von rund 83 000 Festmetern seien 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor angefallen, teilte das Umweltministerium in Saarbrücken auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mit. In 2015 standen noch gut 9000 Festmeter Käferholz in der Statistik. Der Schädling vermehrt sich bei Trockenheit massenhaft. Er findet in den von Dürre geschwächten Fichten ideale Bedingungen zur Ausbreitung. Borkenkäfer brüten in den Rinden vor allem der Fichten.

Das Überangebot auf dem Markt von Holz, das von Borkenkäfern befallen ist, habe spätestens ab 2018 zu seinem massiven Preisverfall bei Fichten geführt, teilte das Ministerium mit. Lagen die Erlöse im Staatswald 2015 im Schnitt noch bei 74 Euro pro Festmeter, seien sie bis 2020 auf 33 Euro gesunken. Konkret: Für die in 2020 eingeschlagenen 83 000 Festmeter Käferholz wäre mit den Preisen von 2015 rund 6,1 Millionen Euro erzielt worden – tatsächlich seien es aber nur 2,7 Millionen Euro gewesen.

Die durch Borkenkäferbefall entstandene Freifläche im Staatswald habe sich in 2020 auf rund 500 Hektar erhöht. Rechne man die geschädigten Flächen im Kommunal- und Privatwald dazu, werde die Gesamtfläche auf rund 900 Hektar geschätzt. Das entspricht rund 1260 Fußballfeldern – und sei knapp ein Prozent der Waldfläche im Saarland: „Mit Tendenz nach oben“.

Der Borkenkäfer ist für die Forstwirtschaft einer der gefährlichsten Schädlinge. Selbst gesunde Fichten können bei einem Befall binnen kürzester Zeit absterben. Die Insekten bohren für die Eiablage Gänge in Rinde und Holz – und unterbrechen sie die Versorgung zwischen Wurzel und Krone. Aus einer befallenen Fichte können so viele Käfer wieder ausfliegen, um weitere 20 Fichten zum Absterben zu bringen. Die Schädlinge schwärmen im Frühjahr bei Temperaturen um die 16 Grad meist ab Mitte April wieder aus.

Laut Ministerium sind 2020 zudem 10 800 Festmeter Sturmwurfholz über alle Baumarten angefallen. Laut Saar-Waldzustandsbericht wiesen in 2020 nun 41 Prozent der Bäume deutliche Schäden auf. Dies waren zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Grund für die Verschlechterung seien die Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre, hieß es.

(dpa)