Biomüll bald mit der Bahn nach Velsen?

Diskussion um Verkehr und Biomassezentrum : Ries: Biomüll mit der Bahn nach Velsen

Diskussion um Biomassezentrum: Saarbrücker Bezirksbürgermeisterin will mehr Verkehr in Klarenthal verhindern.

In der Diskussion über den Bau eines Biomassezentrums in Velsen und die Verkehrsbelastung setzt Isolde Ries, Bezirksbürgermeisterin im Saarbrücker Westen, auf die Rosseltalbahn. Derzeit werde überprüft, diese zu reaktivieren. Ries fordert, dass jetzt auch geprüft werden sollte, den Biomüll auf der Schiene zu transportieren. „Wenn die Reaktivierung dieser Bahn für sinnvoll erachtet wird, darf das an den Kosten nicht scheitern. Die Lebensqualität der Bürger muss hier Vorrang haben“, meint Ries.

Scharf kritisiert die SPD-Politikerin die Äußerungen der „Wir Bürger“-Fraktion im Völklinger Stadtrat. Die hatte erklärt, die Stadt werde nicht mit zusätzlichem Verkehr belastet, weil die Lkw aus den saarländischen Kommunen wahrscheinlich über die Autobahn und durch Klarenthal geleitet werden (die SZ berichtete). „Das ist das Sankt-Florians-Prinzip von Menschen, die nicht gelernt haben, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Mit ‚Völklingen first’ kommen wir nicht weiter“, kritisiert die Bezirksbürgermeisterin.

Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) hatte in der vergangenen Woche den Entsorgungsverband Saar (EVS) attackiert. Sie habe erst in den Medien davon erfahren, dass das Biomassezentrum nicht in Ensdorf, sondern in Velsen gebaut wird. In einem Telefonat mit der Geschäftsführung hat sie gefordert, der EVS müsse den Stadtrat ausführlich über das Bauprojekt informieren. Der Verband hat dem zugestimmt, teilt die Stadtverwaltung jetzt mit. Blatt befürchtet auch negative Auswirkungen auf den Gewerbepark Ost und das Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Kokereigelände, wo die Ansiedlung eines großen Unternehmens geplant sei. Es sei fraglich, ob die Straßen den Lkw-Verkehr standhalten, wenn auch noch die Lkw mit Biomüll dort entlang fahren, sagt Blatt.

Nachdem der Völklinger Stadtrat eine gemeinsame Sitzung mit dem Großrosseler Gemeinderat einhellig befürwortet hatte, beantragt nun die SPD-Fraktion im Gemeinderat Großrosseln ebenfalls eine solche Sitzung. Ziel ist es, Fragen und Anregungen einzubringen, um den Bürgerinnen und Bürgern der beiden Kommunen hier eine Stimme zu geben, erklärt SPD-Fraktionschef Christian Frey. Es sei wichtig, auch die Nachbargemeinde Petite Rosselle zu informieren.

Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries. Foto: SPD-Landtagsfraktion/Tom Gundelwein

Der EVS hat eine Bürgerinformations-Veranstaltung am 9. September um 18 Uhr in der Rosseltalhalle angekündigt. Frey: „Darauf aufbauend möchten wir in der gemeinsamen Ratssitzung noch konkretere Fragen und Anregungen für die weitere Entscheidungsfindung mit einbringen.“

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