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Schauen und lauschen im Gotteshaus
Bild- und Orgelmeditation in Sulzbach

Marco Recktenwald an der Klais-Orgel der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Quierschied.
Marco Recktenwald an der Klais-Orgel der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Quierschied. FOTO: Josef Scherer
Sulzbach. Marco Recktenwald und Josef Scherer präsentieren „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ in der Pfarrkirche Allerheiligen.

Am kommenden Sonntag, 4. März, findet um 17 Uhr in der katholischen Pfarrkirche Allerheiligen (Am Kloster 6) in Sulzbach eine Bild- und Orgelmeditation von und mit Josef Scherer und Marco Recktenwald mit dem Thema „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ statt. Zu dieser Meditation sind alle Interessierten herzlich eingeladen.


Am 20. November 2016 wurde das von Papst Franziskus 2015 ausgerufene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ beendet. Das bedeutet nicht, dass es danach keiner Barmherzigkeit mehr bedürfte, schreibt Josef Scherer: „Barmherzigkeit, Mitleid, Hilfsbereitschaft, Solidarität mit den Armen, Kranken, Hilflosen, Ausgebeuteten und Verfolgten wird heute mehr denn je gebraucht, wie das folgende Beispiel zeigt. Im Vorraum einer Essener Bankfiliale bricht 2016 ein 82-jähriger Mann zusammen. Vier Personen steigen über den Mann hinweg. Erst nach 20 Minuten holt ein Kunde Hilfe – der Mann stirbt später im Krankenhaus. Gegen die vier wurde wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.“ Es seien solche Ereignisse sowie die Bilder von Krieg, Vertreibung und Flucht, die den Fotografen Scherer dazu bewegten, sieben Werke zu dem Thema „Barmherzigkeit“ zu schaffen, wie er erklärt. 

Die Bilder sind eine Adaption des Gemäldes „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ von Pieter Brueghel d. Jüngeren (1564 – 1638) und stellen in einfachen, eindringlichen Gesten das Thema dar, das Brueghel nach dem Matthäus-Evangelium (Mt 25,31-36) als Bild gemalt hat. Die zu den Bildern gehörenden Meditationstexte umfassen unter anderem Themen wie miteinander Teilen, Toleranz, Mitgefühl, Mitleid, Solidarität, Hilfe, Gastfreundschaft, Vergebung und Endlichkeit des Lebens.



Zu den Werken von Josef Scherer hat der in der Quierschieder Pfarrei Maria Himmelfahrt seit 2012 tätige Kirchenmusiker, Organist und Chorleiter Marco Recktenwald sieben zeitgenössische Orgelstücke komponiert, die in der Bild- und Orgelmeditation zu hören sind. Die Meditation wurde am 2. April 2017 in der katholischen Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt in Quierschied mit großem Erfolg uraufgeführt. Zum Schluss gab es für das Werk Standing Ovations.

Marco Recktenwald ist durch seine regelmäßig stattfindenden virtuosen Orgelkonzerte über die Grenzen von Quierschied hinaus bekannt. So spielte er Orgelkonzerte etwa bei einer Matinée in der Basilika St. Johann und in Kork. Sein Repertoire besteht vorwiegend aus alter Musik, unter anderem Werke von Mozart, Bach, Couperin, Franck, Mendelssohn-Bartholdy, und Messiaen. Studiert hat Marco Recktenwald am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut des Bistums Speyer (2007-2009) und an der Hochschule für Musik Saar (2008-2012). Dazu kamen Meisterkurse für Orgel unter anderem bei Professor Almut Rößler (Düsseldorf). Nach dem Studium war er zunächst Organist und Chorleiter in den Pfarrgemeinden Oberthal, Gronig und Güdesweiler, bevor er dann in die Gemeinde  Quierschied kam.