Bib-Card Saar ermöglicht Zugang zu vielen Bibliotheken im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Acht Kommunen machen mit : Ein Ausweis für (fast) alle Bibliotheken

Für 20 Euro im Jahr können Bücherfreunde viele saarländische Bibliotheken nutzen. Für das Geld bekommt man die Bib-Card Saar und damit Zugriff auf das Angebot vieler Stadtbüchereien.

Wer mehrere kommunale Bibliotheken im Saarland nutzen möchte, muss dafür künftig nur ein Mal bezahlen. Das neue Angebot läuft unter dem Namen Bib-Card Saar und kostet 20 Euro pro Jahr. Es gilt vorerst für die Stadtbüchereien in Saarbrücken, Merzig, Neunkirchen, St. Ingbert, St. Wendel, Sulzbach, Völklingen und Wadern. Diese hatten sich jüngst in einem Verein zusammengeschlossen. Die Homburger Bücherei steht zwar ebenfalls auf den Informationsblättern, die in Saarbrücken ausliegen. Offiziell ist deren Teilnahme an der Aktion jedoch noch nicht besiegelt. Die Verantwortlichen hoffen, dies bis Ende Februar ändern zu können.

Die Karte funktioniert so: Ihre Besitzer erhalten die Ausweise aller Büchereien, die sie nutzen möchten, ohne weitere Kosten. Wer bereits die Gebühr einer der teilnehmenden Bibliotheken bezahlt hat, muss lediglich die Differenz zu den Kosten der Bib-Card begleichen. In Saarbrücken kostet der Jahresbeitrag ohnehin 20 Euro, deshalb ist das neue Angebot dort von vornherein eingeschlossen. Technisch sind die Einrichtungen allerdings nicht gut aufeinander abgestimmt. Sie verwenden unterschiedliche Software, weshalb die Nutzer weiterhin auch die örtlichen Ausweise erhalten. Nur so stehen ihnen alle Angebote der verschiedenen Standorte offen, sowohl der lokale als auch der Online-Bestand. Mit Verzögerung ist schließlich die Website zur Bib-Card ins Netz geschaltet worden.

Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit des Leiters der Saarbrücker Stadtbibliothek, Gerald Schleiwies. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Neunkirchen, Merzig, und St. Wendel hatte er sich vor etwa zwei Jahren zusammengesetzt, um ein Konzept für den Verein Saarland Bibliotheken zu erarbeiten. Anlass war die damals vom Kultusministerium gestrichene Finanzierung der „Onleihe Saar“. Diese ermöglichte es Büchereinutzern, E-Books, Hörbücher und andere digitale Medien von zu Hause aus herunterzuladen. Der Verein kann nun gezielt Fördermittel einwerben – auch von Sponsoren, etwa den Sparkassen oder der Globus-Stiftung, erklärt Schleiwies, der heute stellvertretender Vorsitzender der Saarland Bibliotheken ist.

„Unser Vorbild ist die Metropolbib, die mal in Mannheim und Ludwigshafen begann und heute über 35 Mitgliedsbibliotheken in der Region Rhein-Neckar hat“, erklärt der Saarbrücker Bibliotheksdirektor. Derart viele Mitglieder werde der saarländische Bibliothekenverein aber wohl nicht gewinnen können, räumt Schleiwies ein. Zwar gebe es zahlreiche weitere Büchereien im Land, aber dabei handele es sich vor allem um Einrichtungen, die zu den Bistümern Trier und Speyer gehörten. „Die Landesgrenzen harmonieren nicht mit den kirchlichen Grenzen“, sagt Schleiwies. Alle drei Verbünde verfügen demnach über eigene Onleihe-Angebote. Diese zu verbinden, sei zu kompliziert.

Dennoch ist Wachstum das Ziel. Jochen Kuttler hegt die Hoffnung, Saarlouis gewinnen zu können. Der Waderner Bürgermeister ist der Vorsitzende des Büchereien-Vereins. „Natürlich wäre es wünschenswert, da dieser Landkreis als einziger noch nicht vertreten ist.“ Gerald Schleiwies pflichtet bei: Auch andere kommunale Bibliotheken seien eingeladen, mitzumachen; Saarlouis sei „unser aller persönlicher Wunschkandidat.“ Dessen Verwaltung zeigt sich auf Anfrage für eine Zusammenarbeit offen: „Die Kreis-
stadt Saarlouis und die Stadtbibliothek prüfen zur Zeit einen möglichen Beitritt zu diesem durchaus interessanten Projekt.“

So sieht die neue Bib-Card Saar aus. Foto: Saarland Bibliotheken e.V.

www.saarland-bibliotheken.de