Bezirksrat West diskutiert Maßnahmen gegen Wildschweinplage

Kostenpflichtiger Inhalt: Plage auf Friedhöfen und in Gärten : Ekelköder sollen Wildschweine in Saarbrücken vertreiben

Wegen massiver Schäden diskutiert der Bezirksrat West neue Maßnahmen

Wildschweine sind im Regionalverband mancherorst eine regelrechte Plage. Die Tiere leben bevorzugt dort, wo Wohngebiet auf Wald stößt. Aktuell sei sogar die Klarenthaler Ortsmitte vom Wildschweinproblem betroffen, wie bei der jüngsten Sitzung des Bezirksrats West zu hören war. Der Rat erörterte, wie man das Wildschweinproblem eindämmen könnte. „Schäden in den Gärten durch die Nahrungssuche des Schwarzwildes und verwüstete Friedhöfe sind im gesamten Westbezirk in Gersweiler, Klarenthal, Burbach und Altenkessel zu beklagen“, sagt Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries.

In „befriedeten Gebieten“, wie zum Beispiel Wohnsiedlungen, Grünanlagen, Friedhöfen oder Gärten ist eine Jagd  von Wildschweinen aus Sicherheitsgründen gesetzlich verboten. Die Jagdbehörde könne laut Ries „in Ausnahmefällen, insbesondere zur Gefahrenabwehr und zur Tierseuchenbekämpfung“ eine Sondererlaubnis erteilen. Doch auch dann sollten nur besonders geschulte Jäger eingesetzt werden.

Bei Schäden durch Wildtiere bestehe kein Anspruch auf Ersatz. Die Sicherung von Grundstücken oder Gebäuden liege in der Verantwortung der Eigentümer, fasst die Bezirksbürgermeisterin die Rechtslage zusammen.

Der Bezirksrat hat deshalb die Stadtverwaltung aufgefordert zu prüfen, ob es sinnvoll sei, ein sogenanntes Fraßmittel einzusetzen, das die Tiere von schützenswerten Flächen fernhalten soll. Laut Herstellerangaben locke das Mittel die Tiere zunächst an, erzeuge dann aber einen „ultrasauren, bitteren Geschmack“. In der Folge werde die so behandelte Fläche für etwa sechs bis acht Wochen von der Rotte gemieden.

Außerdem sollen die Jagdpächter der angrenzenden Reviere  informiert und aufgefordert werden, verstärkt Wildschweine zu erlegen. Weiter müsse man die Friedhöfe mit geeigneten Zäunen ausstatten, um ein Eindringen der Tiere zu verhindern.