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Das war 2017
Bewegte Zeiten in der Stadt Sulzbach

Die Baustelle in der Sulzbachtalstraße am Freitag, 6. Oktober
Die Baustelle in der Sulzbachtalstraße am Freitag, 6. Oktober FOTO: BeckerBredel
Sulzbach. Vor allem die entstehende Moschee in der City, die 2018 eingeweiht werden soll, zieht heftige Diskussionen nach sich.

Für die Stadt Sulzbach war das Jahr 2017 alles andere als öde und langweilig.  Auf- und Abrege-Thema Nummer eins: das Gebetshaus der Muslimischen Gemeinde Saarland, das in der alten Post entsteht und kommendes Jahr eröffnet werden soll. Ein Höhepunkt vieler hörbarer Unmutsbekundungen waren  zeitgleich im Juli zwei Protestveranstaltungen auf dem Ravanusaplatz. 150 Menschen fanden sich dort zur Mahnwache der Freien Wähler ein. „Ohne rassistisch zu wirken oder den Eindruck zu erwecken, dass der Bürgerprotest rechts angesiedelt ist“ – so lautete die Maxime der Organisatoren. Der NPD nahestehende Leute veranstalteten ebenfalls eine Mahnwache. Die Initiative, die sich „Sulzbach wehrt sich“ nannte, brachte auch 150 Protestler auf die Beine. Die allerdings sprachen sich mit teils sehr drastischen Worten gegen Salafisten in Sulzbach aus. Diesen wurde dann, in einer denkwürdigen Stadtratssitzung im September, vom Verfassungsschutz-Chef an der Saar  quasi ein Rundum-Persilschein ausgestellt. Von ihnen gehe keine Gefahr aus, hieß es unmissverständlich. Der zweite Aufreger des Jahres: die bauliche Umgestaltung des Rathaus-Vorplatzes. Die Baustelle, durch die die Sulzbachtalstraße nur noch in einer Richtung befahrbar war,  sollte neun Wochen existieren, zog sich dann aber über mehr als 20 Wochen hin. Doch nun ist alles fertig und macht einen guten Eindruck. Einen solchen soll in absehbarer Zeit auch das seit Langem leerstehende, verwahrloste Schwesternwohnheim in der Bahnhofstraße  machen. Denn die Stadt hat mit dem Grundstück auch die Immobilie  erworben und will nach grundhafter Sanierung dort ein „Haus der Generationen“  etablieren.  Besonders erfreulich: Die Sanierung von Sporthalle und Vopeliusbad am Quierschieder Weg.  Am 1. Juli konnte das Hallenbad wieder eingeweiht werden. 2,6 Millionen Euro wurden in das Sportzentrum investiert, das nun auch in energetischer Hinsicht besser dasteht.  Im Frühling kommenden Jahres werden noch neue Fenster eingebaut und dann ist alles in bester Ordnung.


Erfreulich auch: die Renaturierung des Sulzbachs im Stadtpark. Jetzt darf er sich wieder schlängeln. Der Grünzone  verleiht er auf 210 Metern ein völlig neues Gesicht. Kommendes Jahr findet man hier auch noch eine gemauerte Grillstelle und einen Bouleplatz vor. Insgesamt wurden 5000 Kubikmeter Erdmasse bewegt. Auch außerhalb des Salinenparks, in Richtung Dudweiler,  wird –  auf einer Länge  von rund 725 Metern – der Sulzbach wieder in einen natürlichen Zustand versetzt. Und wenn alles fertig ist, werden noch 50 Hochstämme, 800 Heister (junge, bereits zweimal verpflanzte Laubbäume) und 800 Uferstauden gepflanzt. Im Übrigen wird die obere Bahnhofstraße neu gestaltet und umgebaut, sodass der Zugang vom Bahnhof in die City attraktiver wird. Und: Es gibt seit diesem Jahr ein Ess-Eck für bedürftige Menschen.

Burhan Yagci (links) und Muharrem Cetinkaya erklärten die Pläne zum Umbau der ehemaligen Post in der Bahnhofstraße.
Burhan Yagci (links) und Muharrem Cetinkaya erklärten die Pläne zum Umbau der ehemaligen Post in der Bahnhofstraße. FOTO: Iris Maria Maurer
Nach der Renaturierung im Salinenpark spielen Gloria (Mitte) und Esther (links) im Sulzbach.
Nach der Renaturierung im Salinenpark spielen Gloria (Mitte) und Esther (links) im Sulzbach. FOTO: Thomas Seeber
(mh)