Bertha-Bruch-Tierheim: Tierschützer wollen Zuflucht für Katzen und Hunde retten

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarbrücker Zuflucht für Katzen und Hunde in Not : Tierschützer wollen Bertha-Bruch-Heim dauerhaft retten

Das Saarbrücker Tierheim bietet Tieren die letzte Zuflucht und muss selbst ums Überleben kämpfen. Ohne private Spenden und Erbschaften wären die Betriebskosten nicht zu stemmen.

Der Tierschutzverein Saarbrücken betreibt am Folsterweg im Stadtteil Alt-Saarbrücken das größte Tierheim im Saarland. Ehrenamtliche an der Vereinsspitze sind verantwortlich für hauptberufliche Mitarbeiter, für Auszubildende sowie für Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, und sie müssen für große Bauvorhaben geradestehen.

Und das, kombiniert mit einem täglichen Kampf ums Geld. Einzig mit Saarbrücken gibt es einen Vertrag, der die Aufnahme und Versorgung von Fundtieren aus der Stadt regelt. Dafür zahlt Saarbrücken 64 000 Euro pro Jahr. Fast 90 Prozent der Einnahmen stammen dagegen aus privaten Spenden und Erbschaften. Ein Wagnis bei Betriebskosten von 550 000 Euro pro Jahr.

Das könne nicht so bleiben, findet der Vorstand und mahnt einen Vertrag mit allen Städten und Gemeinden im Regionalverband an. Auch aus den umliegenden Kommunen kommen Fundtiere ins Heim. Für deren Verpflegung und medizinische Versorgung dieser Fundtiere kommt der Tierschutzverein bisher selbst auf. Denn einen Vertrag, ob nun mit Friedrichsthal, Riegelsberg, Heusweiler oder Kleinblittersdorf, um nur einige Kommunen aus dem Regionalverband zu nennen, gibt es nicht. Und das, während steigende Ausgaben für Strom, Wärme und Personal und jetzt anstehende Sanierungsarbeiten an den älteren Bauten den Druck auf die Tierschützer steigern.

Deshalb gab es vor wenigen Wochen ein Treffen von Vereinsvertretern mit den Bürgermeistern aus dem Regionalverband. Damals machte der 1. Vorsitzende Markus Dick den Politikern die schwierige Finanzlage klar. „Städte und Gemeinden sind Nutznießer des Tierheimes. Daher sehen wir es nur als fair an, wenn diese sich angemessen an den Kosten zum Betrieb des Heimes beteiligen. Um diesen zu sichern, können wir nur noch Fundtiere aus den Bereichen aufnehmen, mit denen uns eine vertragliche Vereinbarung vorliegt“, sagt Markus Dick.

Er und seine Mitstreiter appellieren schon heute an Menschen, die außerhalb des Regionalverbandes ein Haustier finden, sich direkt an die entsprechenden Städte und Gemeinden zu wenden. Die Betreuung von Fundsachen, also auch Fundtieren, sei eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Daher fordern die Tierschützer kostendeckende Erstattungen für die Leistungen, wenn das Heim eine kommunale Pflichtaufgaben wahrnimmt.

Geschehen könnte das, wie in anderen saarländischen Tierheimen

auch, in Form eines Konsortialvertrages. Hierbei zahlen die Städte und Gemeinden pro Einwohner und Jahr einen festen Betrag an den jeweiligen Heimbetreiber.

Geht es nach der Grünen-Fraktion in der Regionalversammlung, dann entsteht ein Vertrag nach dem Vorbild der Vereinbarung, wie sie die Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis mit dem Dillinger Tierheim geschlossen haben. Demnach könnte es einen Vertrag geben zwischen dem Regionalverband, seinen zehn Mitgliedskommunen und dem Tierschutzverein Saarbrücken als Betreiber des Heims.

Heimsprecher Frederick Guldner wäre froh, wenn eine Entscheidung nach dem Vorbild der Kreise Saarlouis und Merzig-Wadern bald fiele. „Wir hätten auf jeden Fall eine Grundlage zum Planen.“

Ein Beispiel: Sähe der Vertrag nach dem Dillinger Vorbild 90 Cent pro Einwohner und Jahr vor für das Bertha-Bruch-Tierheim, so ergäbe das 270 000 Euro jährlich. Guldner und der weitere Vorstand wollen sich aber noch nicht auf einen Betrag festlegen. Für den Heimsprecher steht aber fest: „Es muss auf jeden Fall etwas passieren, damit wir eine solide Finanzgrundlage bekommen und nicht Jahr für Jahr ums Überleben kämpfen müssen.“