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Benefizradler Oliver Trelenberg aus Hagen machte in Saarbrücken Station

Langstrecken-Radler erreicht Saarbrücken : Oliver Trelenberg radelte in ein neues Leben

Oliver Trelenberg war lange schwer alkoholkrank. Mit dem Radfahren fand er einen Weg aus seiner Lebenskrise. Aber das Schicksal schlug erneut zu.

Oliver Trelenberg geriet schon mit elf Jahren an den Alkohol. Einen „desolaten Lebensweg“ nennt er das, was folgte. Er hat einen Weg aus der Krise gefunden: das Radfahren. Der 55-Jährige aus Hagen machte Station in Saarbrücken im Rahmen einer 5000-Kilometer-Benefiz-Radtour. Sie führt ihn quer durch die Republik. Dabei sammelt er Spenden für kranke Kinder. Im Saarbrücker Rathaus empfing ihn Bürgermeisterin Barbara Meyer-Gluche. Der Gast sagte, ihm sei erst 2003 die Kehrtwende aus der Alkoholabhängigkeit gelungen.

Zehn Jahre später habe er Kehlkopfkrebs bekommen. „Durch das Radfahren konnte ich Lebensmut schöpfen“, erzählt er heute. Mehrere große Benefiztouren vor allem für todkranke Menschen hat er hinter sich. Das Projekt „Oli-radelt“ habe er 2014 ins Leben gerufen. Seitdem tourt er durch Deutschland und sammelt Spenden, die er nie in bar entgegennimmt.

Nur Überweisungen auf ein Treuhandkonto seiner Heimatstadt akzeptiert er, denn kein Euro dürfe irgendwo verlorengehen. Rund 30 000 Euro habe er schon gesammelt. Zum Beispiel für den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes und den Hospizdienst oder für eine Initiative, die mittellosen Krebspatienten Urlaube ermöglicht.

Die aktuelle Reise, die er in der vergangenen Woche in Hagen startete, führte Trelenberg über Trier und Konz auf dem Leinpfad entlang der Saar in die Landeshauptstadt. Bis September wird er unterwegs sein, Deutschland von Nord nach Süd erkunden und in 83 Etappen für seine Aktion werben.

81 Städte besucht er, überall sind Termine vereinbart, die ihn zwingen, den Tourenplan einzuhalten. „Einen Abstecher irgendwohin, weil es da schön sein soll, kann ich gar nicht machen. Zudem komme ich immer pünktlich“, sagt er und hat die Reise minutiös geplant.

Von Saarbrücken geht es weiter nach Zweibrücken, Pirmasens und über Stuttgart zum Bodensee, dann wieder hoch an die Ostsee. Spenden sammelt er diesmal für den Verein Flying Hope. Das ist eine Vereinigung ehrenamtlicher Piloten, die kranke Kinder kostenlos zu überregionalen Behandlungszentren fliegen, um ihnen lange Transporte zu ersparen.