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Ausstellung
Beim Brennen ist das Glas wie Honig

Saarbrücken. Hanne Irmisch stellt noch knapp eine Woche lang ihre Glasarbeiten in Saarbrücken aus. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Vor fast 25 Jahren war die zerbrochene Glasscheibe in einer alten Türe der Grund für Hanne Irmisch, sich mit Glas und später dann auch mit Glaskunst zu beschäftigen. „Wir hatten gerade ein altes Haus gekauft, und als eine Glasscheibe in einer der Türen kaputt gegangen ist, wollte ich die selbst erneuern. Dabei habe ich regelrecht Feuer gefangen“, erklärt Hanne Irmisch inmitten ihrer aktuellen Ausstellung in einer Versicherungsagentur in der Saarbrücker Feldmannstraße. Denn fortan wird die Püttlingerin, die eigentlich eine kaufmännische Ausbildung absolvierte, sich in Kursen, an Sommerakademien und Seminaren zur Glaskünstlerin ausbilden lassen: „Angefangen hatte ich mit Bleiverglasungen, aber das hat mir dann schnell nicht mehr gereicht. Ich wollte Glas biegen.“ Im Jahr 1996 absolviert sie Kurse bei einem Ofenbauer am Niederrhein, arbeitet in seiner Werkstatt mit. Dort erlernt sie das Verschmelzen, Formen und Biegen. „Die Glassorten müssen zusammenpassen. Sonst brechen sie auseinander, anstatt dass sie miteinander verschmelzen“, sagt Irmisch.


Zwei Glassorten zeigen sich in ihrer aktuellen Ausstellung als ganz besonders kompatibel, das ist deutsches und amerikanisches Glas. Und aus diesen beiden Glassorten verschmelzt, erarbeitet und erschafft Hanne Irmisch oft sehr graphisch gestaltete Gebrauchsgegenstände wie Schalen, Kerzenhalter, Beistelltische, sogar einen Adventskranz, aber auch freie, künstlerische Objekte. „In diesen Objekten probiere ich immer gerne aus, experimentiere viel. Und so ganz genau sagen, was dabei herauskommt, kann man nicht, denn manches passiert beim Schmelzen, ohne dass man es beeinflussen kann“, sagt sie und lacht. So zeigt ein ausdruckvolles, rundes Standobjekt die leuchtenden Farben Blau mit wenig Gelb und Rot, franst nach oben aus. Bemerkenswert ist, dass man den Fluss des Glases beim Brennen noch nachvollziehen kann, da in dem oberen Bereich Löcher zu sehen sind. Kleine Flächen, die das fließende Glas nicht geschlossen hat. „Beim Brennen hat das Glas die Konsistenz von Honig. So kann man sich das ganz gut vorstellen“, sagt sie noch.

Hanne Irmischs Objekte sind in unserer Region nicht ganz unbekannt, denn sie hat schon mehrfach an den Glaskunsttagen in Sulzbach teilgenommen, hatte Ausstellungen in Frankreich und in Koblenz – und bis Weihnachten in der Saarbrücker Feldmannstraße.

„Glaskunst von Hanne Irmisch“, Ausstellung in der Versicherungsagentur von Andreas Mrozek, Feldmannstraße 121, 66119 Saarbrücken, geöffnet bis 20.12. montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 14 Uhr.