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Stadtteilrundgang mit Charlotte Britz
Beim Bad-Bus sind die Bürger uneins

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ließ sich am Donnerstag in Altenkessel zeigen, was Bürgern dort auf den Nägeln brennt.
Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ließ sich am Donnerstag in Altenkessel zeigen, was Bürgern dort auf den Nägeln brennt. FOTO: BeckerBredel
Altenkessel. Rundgang mit Charlotte Britz. Altenkesseler wollen bessere Verbindung am Kombibad. Das stößt auch auf Bedenken. Von Andreas Lang

Ärger gibt es am Altenkesseler Kombi-Bad nicht wegen des beliebten Schwimmbades selbst. Es hapert dort an den Busverbindungen. Die waren gestern heißes Thema beim Stadtteilbesuch von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. „Es handelt sich um ein öffentliches Bad, und eine öffentliche Einrichtung sollte auch an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen sein“, sagte Kommunalpolitiker Uli Schacht (CDU). Nachbarn des Bades sehen das anders. Sie verwiesen auf den jetzt schon dichten Besucherverkehr zum Schwimmbad und die vielen Fahrer, die dort zu schnell unterwegs seien. Da müsse jetzt nicht noch Busverkehr dazukommen.


Das wiederum ärgert Bezirksbürgermeister Claus Theres (SPD): „Wer in der Stadt wohnt, muss auch in Kauf nehmen, dass einmal die Stunde ein Bus an der Tür vorbeifährt.“ Erst recht, wenn wichtige Einrichtungen wie das Schwimmbad in der Nähe seien.

Zeitweilig fahren dort schon Busse – die bringen aber Schüler zum Schwimmunterricht. Die Oberbürgermeisterin sucht den Kompromiss, will den Bedarf ermitteln lassen. Eventuell reiche es dann, einen Kleinbus einzusetzen.



Auf Vereinsebene gebe es so etwas schon, wie der Altenkesseler Gilbert Aufsatz sagt. Einfach mit der Buslinie zu verbinden sei das Bad jedenfalls nicht, findet das Altenkesseler Stadtratsmitglied Gerd Hirschmann. Weil die Linie stark genutzt werde, seien oft Gelenkbusse im Einsatz: „Und das geht von den Gegebenheiten rund ums Bad einfach nicht.“ Ums Bad selbst steht es prima, wie Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Bäderbetriebsgesellschaft, mitteilte: „Wir haben hier Sommer wie Winter eine konstante Besucherzahl.“

Auch der am Wald gelegene Spielplatz, der mit den markanten Bären-Figuren, war ein Thema. Leider ist der Platz auch bei Wildschweinen beliebt, wie frisch aufgewühlte Stellen beweisen. Helmut Kohler von der Initiative „Unser Altenkessel – sauberer, sicherer, schöner“ hat ein Konzept, wie der Spielplatz schöner werden kann, es gebe sogar Sponsoren für Spielgeräte. Auch einen Kostenplan hat Kohler erstellt (wir berichteten).

Der habe allerdings Fehler, etwa was den wildsicheren Zaun betreffe, sagt Grünamtschefin Carmen Dams. Der von Kohler vorgeschlagene Zaun sei zwar wildsicher, dürfe aber nicht an Spielplätzen verbaut werden. Die spielplatztaugliche Zaunvariante verzehnfacht laut Dams die Summe, die Kohler mit 6000 Euro angesetzt hat.

Dennoch geht die Stadt die Erneuerung in absehbarer Zeit an. Eine Besonderheit: Der Bolzplatz liegt Dams zufolge auf Gelände des Staatsforstes, der dort die Sanierung genehmigen muss. Mit dem Forst will Dams außerdem wegen des Jagdrechts auf dem Spielplatz verhandeln. Geht es nach ihr, dürfen die Stadtjäger bald auf Wildschweine anlegen.