1. Saarland
  2. Saarbrücken

Bei Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen soll die Polizei härter durchgreifen

Corona-Krise : „Der geringste Verstoß kostet sofort viel Geld“

Sonne satt am Wochenende – und die Saarländer sollen zu Hause bleiben. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das saarländische Innenministerium und die Staatskanzlei haben angekündigt, die Kontaktsperre an diesem Wochenende scharf zu kontrollieren.

Es werden mehr Polizisten in Straßen und Parks kontrollieren, teilte das Innenministerium mit. Wie viele im Einsatz sein werden, wollte das Ministerium aus taktischen Gründen nicht mitteilen. Fest steht: Innenminister Klaus Bouillon und Ministerpräsident Tobias Hans (beide CDU) wollen am Wochenende „sehr konsequent Verstöße ahnden“, wie Bouillon dem SR sagte. Ein Präsenzkonzept habe er erarbeiten lassen. Demnach werden „wir am Wochenende teilweise gemeinsam mit den Ordnungsämtern kontrollieren“.

Am vergangenen Wochenende gab es laut Polizei große Probleme am Saarbrücker Staden. Dort hielten sich zeitgleich bis zu 200 Menschen auf. Die Beamten der Polizei-Inspektion Saarbrücken mussten nach eigenen Angaben Unterstützung von anderen Dienststellen anfordern. Angesprochen auf das Kontaktverbot hätten sich viele Menschen ahnungslos gezeigt. Die Polizei verzichtete nach eigenen Angaben darauf, Strafanzeigen auszustellen, um eine Eskalation zu vermeiden. Ein Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen kostet mindestens 200 Euro.

Auch am Wochenende werden die Beamten Spielraum bei ihren Entscheidungen haben. Es wird aber auch Strafen geben. So sagte Ministerpräsident Tobias Hans im SR: „Allen, die das Haus verlassen ohne einen triftigen Grund, sei gesagt, dass das nicht ohne Konsequenzen bleiben wird.“ Ein Spaziergang beispielsweise sei weiter möglich, „Partys in Haus oder Garten aber etwa nicht.“ Und auch Bouillon kündigte fürs Wochenende an: „Der geringste Verstoß kostet sofort viel Geld. Wir haben angesichts der vielen Toten und der Gefährdungslage keine Zeit zu diskutieren.“ Jeder müsse wissen, was er darf und was er nicht darf.

Doch was darf man noch tun? Nicht viel. Ich darf mit Angehörigen meines Hausstands spazieren oder Sport treiben. Oder mit maximal einer Person, die nicht bei mir wohnt. Und zwar im ganzen Saarland. „Menschen, die beispielsweise in einem Wohngebiet leben, in dem viele Menschen wohnen, müssen nicht unbedingt ihren Spaziergang vor der Wohnungstür machen“, sagte Tobias Hans. Mich auf eine Bank setzen, darf ich nicht. Außer in Saarbrücken – kurz. Die Regierung hat auf ihrer Internetseite corona.saarland.de mehr als 30 Fragen und die entsprechenden Antworten veröffentlicht. Damit die Saarländer erst gar nicht zu Ausflugszielen anreisen, sind am Samstag so etwa die Parkplätze an der Cloef und am Bostalsee gesperrt. Auch am Losheimer Stausee sind die Parkplätze geschlossen. Am Merziger Wolfspark, der geschlossen ist, werden Polizisten kontrollieren.