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Baustelle: A1 wird teilweise gesperrt

Verkehrsproblem : Angst, dass der Rettungswagen steckenbleibt

Die A 1 wird teilweise gesperrt. Bewohner und Besucher von Kirschheck, Von der Heydt und Heinrichshaus müssen Umwege fahren.

Am Freitag, 10. August, gehen die Arbeiten auf der Autobahn (A) 1 zwischen Burbach und Neuhaus in Fahrtrichtung Trier in die heiße Phase. Die Autobahn wird in diesem Bereich komplett saniert. Die Fahrbahnen werden bis zu 50 Zentimeter tief abgetragen, Kanäle erneuert und auch neuer Schotter aufgebracht. Seit die Baustelle Ende Mai eingerichtet wurde, laufen die Arbeiten zur Erneuerung der Mittelleitplanken.

Bislang konnten alle Anschluss-Stellen der Autobahn uneingeschränkt genutzt werden. Ab dem 10. August wird das nicht mehr so sein. Zunächst wird die Fahrbahn Richtung Trier komplett erneuert. Dazu wird der Verkehr aus beiden Richtungen auf die Fahrbahnen Richtung Saarbrücken verlegt.

Auf einer Spur wird dann der Verkehr in die Stadt hineinfließen und auf der anderen aus der Stadt hinaus. Diese Regelung soll für die geplante Baustellendauer von rund drei Monaten bestehen bleiben.

Das Problem dabei: Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) muss für die drei Monate die Anschluss-Stellen bei Von der Heydt sperren. Davon betroffen sind etwa 120 Menschen, die in Kirschheck, Von der Heydt und Heinrichshaus wohnen. Sie müssen dann einen 3,5 Kilometer langen Umweg über Riegelsberg machen, wenn sie in Richtung Trier oder Saarbrücken fahren wollen.

„Das Problem sind nicht die 3,5 Kilometer, sondern der Berufsverkehr morgens und abends. Selbst ohne Baustellen sind hier jeden Morgen und jeden Abend auf vier Spuren kilometerlange Staus“, sagt Francis Dietsch. Er ist bereits seit 24 Jahren Vorsitzender der Initiative Kirschheck: „Wir reden hier über eine 20 bis 30 Minuten längere Fahrzeit. Auch ein Rettungswagen braucht so lange, da man auf der Autobahn keine Rettungsgasse bilden kann. Bei uns wohnen viele ältere Menschen, und eine Frau ist mit 102 Jahren sogar eine der ältesten Bürgerinnen von Saarbrücken.“

Klaus Kosok, der Pressechef des LfS, stimmt zu – was die wegfallenden Rettungsgasse angeht. „Die Autobahn ist in diesem Bereich sehr schmal, und es gibt keinen Standstreifen. Aber um Staus zu verhindern, gibt es für Verkehrsteilnehmer, die aus dem Nordsaarland kommen, die Möglichkeit, über die A 623 nach Saarbrücken zu fahren. Das geht sowieso schneller und würde auch einen Stau auf der A1 reduzieren. Darauf haben wir schon mehrfach hingewiesen“, erklärt Klaus Kosok.

Francis Dietsch, Vorsitzender der Initiative Kirschheck.      Foto: Heiko Lehmann

Die Initiative Kirschheck hat Lösungsvorschläge entwickelt, wie die Autobahn-Anschlüsse bei Von der Heydt auch während der Bauarbeiten geöffnet bleiben könnten. „Man könnte eine Notausfahrt mit einem Stoppschild installieren, das gibt es auf vielen Autobahnen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Baustelle in drei Abschnitten, so dass die Ausfahrten auch bleiben könnten. Wir machen das Ganze nicht, um nur Rabatz zu machen. Wir haben auch wichtige Unternehmen bei uns angesiedelt. Auch der Saarforst, das Landesvermessungsamt, der Urwald, das Naturfreundehaus und der Friedwald sind bei uns“, betont Francis Dietsch. Für Klaus Kosok sind beide Vorschläge keine gangbaren Alternativen: „Wir haben uns auch viele Gedanken gemacht, wie wir mit der Baustelle umgehen. Wir bauen ja quasi eine Autobahn neu auf und tragen auf einer Seite einen halben Metern tief Asphalt und Schotter ab. Da kann man nicht einfach ein Provisorium als Ausfahrt hinbauen. Zumal es Baustellenverkehr gibt. Es wäre aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht gar nicht erlaubt. Bei mehreren Bauabschnitten würde die gesamte Maßnahme viel länger dauern, und es würde erheblich teurer werden. Außerdem würde die Qualität sinken, da man mehrere Teilstücke hat. So haben wir eine zusammenhängende Fläche“, erklärt LfS-Pressechef Kosok.