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Baulandmodell
Die Stadt will den Bau von Sozialwohnungen fördern

Saarbrücken. Stadtrat entscheidet Ende Oktober über Baulandmodell. Ein Pilotprojekt startet im Burbacher Füllengarten. red

Die Verwaltung stellt aktuell in den politischen Gremien ein Baulandmodell vor. Die Stadt will damit erreichen, dass mehr öffentlich geförderte Sozialwohnungen und günstige Wohnungen für Normalverdiener in Saarbrücken gebaut werden. Am 30. Oktober wird der Stadtrat über das Modell entscheiden.


Es umfasst zwei Komponenten, die dem Ziel dienen sollen, bezahlbaren Wohnraum in Saarbrücken zu schaffen. Erstens, die Konzeptvergabe: Bei der Vermarktung öffentlicher Grundstücke sollen qualitative Kriterien entscheidend sein, dies könne zum Beispiel durch Konzeptausschreibungsverfahren gewährleistet werden. Das heißt, öffentliche Grundstücke werden nicht zum Höchstpreis verkauft, sondern nach zuvor festgelegten Kriterien, wie zum Beispiel dem Bau von Sozialwohnungen oder günstigem Wohnraum für Familien. Bei der Entscheidung, welche Art von bezahlbarem Wohnraum geschaffen wird, sollen auch städtebauliche Kriterien eine Rolle spielen – zum Beispiel der bereits vorhandene Anteil an Sozialwohnungen oder auch an Bildungsangeboten. „Der Interessent, der den Forderungen nachkommt und das beste Konzept bietet, erhält dann den Zuschlag für das Grundstück“, erklärt die Stadtpressestelle.

Zweitens soll künftig auf privaten Flächen eine Quote von 20 Prozent für Sozialwohnungen gelten. Dabei soll sie erst ab einer Grenze von 20 Wohneinheiten gelten. Nach drei Jahren soll diese Quote auf ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit überprüft werden.



Ein Pilotprojekt zur Konzeptvergabe ist kürzlich im Burbacher Füllengarten gestartet. Dort entsteht neuer bezahlbarer Wohnraum. Auf den Flächen der alten Füllengartenschule und angrenzend südlich der Weserstraße errichtet die Deutsche Reihenhaus AG 34 Häuser.

Bei der Vergabe der städtischen Grundstücke im Füllengarten habe die Stadtverwaltung Wert darauf gelegt, preiswerten Wohnraum insbesondere für Familien zu ermöglichen. So wird ein Reihenmittelhaus mit rund 120 Quadratmetern rund 185 000 Euro und mit 145 Quadratmetern rund 205 000 Euro kosten.

Eine städtische Expertengruppe hat bereits Anfang des Jahres begonnen, intensiv öffentliche Flächen im gesamten Stadtgebiet zu finden, die für Sozialwohnungen oder kostengünstigen Wohnraum geeignet sind. Die Grundstücke wurden bewertet und in unterschiedliche Prioritäten-Stufen eingeteilt. Grundstücke der Priorität eins sind kurzfristig verfügbar, insbesondere da für diese Baurecht besteht. Grundstücke der Priorität drei bieten eine langfristige Entwicklungsoption. Von den 15 Grundstücken mit Priorität eins sind zwölf im Eigentum der Stadt Saarbrücken, zwei im Eigentum des Landes und eine gehört dem Regionalverband.

Die Konzeptvergabe öffentlicher Flächen verfolgt die Stadt Saarbrücken auf Basis einer Untersuchung weiter. Erste Flächen, die in diesem Rahmen ausgeschrieben werden sollen, sind in Burbach in der Bergstraße/Ecke Merziger Straße, in Dudweiler in der Theodor-Storm-Straße und in Güdingen in der Straße „Kirchwies“. Das teilt die Saarbrücker Stadtpressestelle offiziell mit.