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Kolumne
Hauptsache trocken

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Manchmal ist der Mensch außer Gefecht gesetzt. Dann muss er eine Zeitlang mal die Füße stillhalten und sich helfen lassen. Schön, wenn zu Hause solche Hilfe auch zu erwarten ist. Da geht es unter anderem um das Aufhängen der Wäsche im Keller. Von Michèle Hartmann

„Mudda, ich mach das“, sagt eilfertig der Nachwuchs und verschwindet im Untergeschoss. Braves Kind, denke ich, um mich nach etwa drei Minuten doch ein bisschen zu wundern. Er ist ja schon fertig, nanu - das ging aber mal schnell.  


Drei Tage später wagt man sich dann selbst mal wieder in den Keller, ganz vorsichtig, ganz behutsam. Um mithilfe von Krücken mal nachzuschauen, was die Wäsche so macht. Licht an im Trockenraum - und schon laust mich gewissermaßen der Affe. Was ist denn das? Wer war dann doo doo? Unweigerlich fallen mir Dirk Nowitzki und seine Sportskollegen ein. Die Star-Basketballer    der nordamerikanischen Profiliga NBA. Die Dallas Mavericks und ihre sagenhaften Korbwürfe. Ähnlich sportlich muss der Nachwuchs zu Werke gegangen sein, denn die Wäsche hängt da über den gespannten Leinen, als habe man sie aus einigen Metern Entfernung schwungvoll drübergeworfen.  Na, das müssen wir noch üben. Dass man beispielsweise die feuchten Textilien ein bisschen ausschüttelt und an ihnen zoppelt, damit sie nicht so arg verkrumpeln.  „Oh, Mudda, reeesch dich nit uff,   Hauptsach trocke.“  Das Leben kann so einfach sein.