Barbara Jochum engagiert sich für den Sulzbacher Kneipp-Verein

Auch im Alter mobil bleiben : Engagiert für Sulzbacher Kneipp-Verein

Die 66-jährige Barbara Jochum kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und betreut im Vorstand auch die Kurse.

Wasserkuren waren als Therapie lange bekannt, bevor Pfarrer Sebastian Kneipp 1821 überhaupt geboren wurde. Doch der Geistliche aus Oberschwaben machte sie populär, als er seine eigene Tuberkulose mit Bädern behandelt hatte, gesund wurde und davon reichlich berichtete. Eine Bewegung wurde daraus, ein naturheilkundlicher Trend, eine nach Kneipp benannte Medizin.

„Heute tragen die Kneipp-Vereine die Traditionen seiner Lehre weiter und haben beachtlichen Zulauf“, sagt Barbara Jochum aus Sulzbach. Die 66-Jährige kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Kneipp-Vereins in Sulzbach und freut sich über 900 Mitglieder, 17 Übungsleiter und 35 regelmäßig angebotene Kurse. Eine Kooperation mit der Volkshochschule Sulzbach mache die Gesundheitskurse noch populärer, im Februar 2020 erscheine das nächste Programmheft.

Während sie von den Angeboten schwärmt, machen hinter ihr in der Schwimmhalle einige Senioren bei einer Aqua-Wirbelsäulenprävention mit. Aber das Angebot der Kneippianer richtet sich nicht nur an Senioren. „Einen richtigen Mitgliederboom erlebten wir, als wir den Aquaspielkreis für Kleinkinder und das Babyschwimmen ins Angebot nahmen. Da meldeten sich in kurzer Zeit allein 100 Mitglieder an“, sagt die 66-jährige ehemalige Verlagsmitarbeiterin, die im Vorstand auch die Kurse betreut.

Dabei hilft ihr Mann mit, der Tabellen am Computer erstellt und Statistiken mit ihr erarbeitet. „Der Verein ist mir halt ans Herz gewachsen“, sagt die engagierte Rentnerin, die jede Menge Freizeit für den Verein opfert, aber auch selbst von ihm profitiert. Seit 1997 sei sie Mitglied, weil ihre Tochter Übungsleiterin geworden sei.

Sie selbst habe sich erst 2002 einer Yogagruppe angeschlossen und sei dann 2009 in den Vorstand nachgerückt. Durch ihre Kursteilnahme habe sie den Wert der Gesundheitsprävention schätzen gelernt: „Wenn man alt wird, muss man auf seine Mobilität achten. Ich fühle mich beweglicher, wenn ich an den Kursen teilnehme, und es ist inzwischen nicht nur der Yogakurs“, berichtet sie.

Auch im Nordic Walking, bei Pilanetics und im Entspannungskurs ist sie aktiv. Und eine Kneippanlage, wie man sie sich traditionell vorstellt, mit Wassertretbecken und Armbecken, gebe es natürlich auch. Die sei am Salzbrunnenhaus zu finden und in den Sommermonaten zu festen Zeiten in Betrieb.

Der Kneippverein pflege diese Anlage und zahle auch für das Wasser, das dort aus dem Leitungsnetz entnommen werde. Das klassische Wassertreten sei in Sulzbach daher noch fester Bestandteil des Angebots, wohingegen an anderen Orten viele Kneippanlagen verfallen würden. Auch bei den Kneippvereinen sehe es nicht überall rosig aus. Nachdem in Dudweiler kein Vorstand mehr existiert habe, sei der Sulzbacher Kneippverein eingesprungen und habe alle laufenden Kurse beibehalten.

„Da nun aber ein Sulzbacher und damit ortsfremder Verein die Saarbrücker Hallen nutzt, müssen vierfache Hallenmieten bezahlt werden – für das exakt gleiche Angebot“, klagt die Kursbetreuerin.

Neue Ideen sichern dem Verein auch junge Mitglieder. Seit 2019 beispielsweise eine Line-Dance-Gruppe. Eine Wandergruppe ist im Aufbau. Kneippvereine wie in Sulzbach gibt es an mehreren Orten im Regionalverband. Unter der Internetadresse des Landesverbandes www.kneippbund-saar.de finden sich Kontaktadressen der Kneippvereine zwischen Kleinblittersdorf und Friedrichsthal, Heusweiler und Saarbrücken. Mehr als die Hälfte dieser Vereine unterhält auch noch Wassertretanlagen.