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Automat an Saar-Uni bietet faire Socken zum Verkauf an

“Sock-o-Mat“ : Warum es an der Saar-Uni Socken aus einem Automaten zu kaufen gibt

Kalte Füße muss hier niemand haben: An der Saar-Uni gibt es jetzt Socken aus dem Automaten. Was ein Sozial-Experiment damit zu tun hat und wo es im Saarland bald auch noch den Socken-Automaten geben soll.

Sich in der Mensa ein kühles Getränk am Automaten ziehen, ist ganz normal. Aber Socken? Das ist neu. Seit Mittwoch steht der „Sock-o-Mat“ im Mensa-Foyer der Saar-Uni. Das Projekt soll auf nachhaltigen Konsum und faire Produktionsbedingungen in der Textilbranche aufmerksam machen, teilt Tamara Enhuber mit. Sie ist Mitinitiatorin des Socken-Automats und Mitglied des Saarbrücker Vereins „Mehr wert!“

Unter dem Motto „Future Socks anstatt Future Sucks“ (dt.: „Socken-Zukunft anstatt scheiß Zukunft“) gibt es im Automaten faire und in der EU nachhaltig produzierte Socken zu kaufen. Enhuber: „Wir haben die Socken in Portugal und der Türkei eingekauft und dabei besonders auf Gütesiegel für faire Herstellung geachtet.“ Die Socken gibt es in allen möglichen Größen und Farben, sagt Enhuber. Von Bunt, bis einfarbig, für kleine und große Füße. Kostenpunkt: sechs Euro, die nur in Münzen bezahlt werden können.

 Sie sind beim nachhaltigen Projekt Sock-o-Mat beteiligt: (von links nach rechts) Heike Savelkouls (Studierendenwerk Saarland / Faire Uni Saar), Markus Ehses (htw saar / Faire Uni Saar), Lea Hofmann und Jennifer Graf (Designkollektiv tiketike), Tamara Enhuber (Koordinatorin Sock-O-Mat-Projekt, mehr Wert!), Luitpold Rampeltshammer (Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes), Margret Stragand
Sie sind beim nachhaltigen Projekt Sock-o-Mat beteiligt: (von links nach rechts) Heike Savelkouls (Studierendenwerk Saarland / Faire Uni Saar), Markus Ehses (htw saar / Faire Uni Saar), Lea Hofmann und Jennifer Graf (Designkollektiv tiketike), Tamara Enhuber (Koordinatorin Sock-O-Mat-Projekt, mehr Wert!), Luitpold Rampeltshammer (Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes), Margret Stragand Foto: mehr Wert! e. V.

Faire Socken an der Fairen Uni

Dass der „Sock-o-Mat“ an der Universität des Saarlandes steht, ist kein Zufall. Die Saar-Uni wurde 2014 als deutschlandweit erste Fairtraide Uni ausgezeichnet. Seitdem engagieren sich Studierende in dem Aktionsbündnis Faire Uni Saar rund um das Thema fairen Handel und Nachhaltigkeit. Mit dem Socken-Automat soll unter anderem auf die Auswirkungen globaler Lieferketten aufmerksam gemacht werden. Vor allem Aspekte des Klimawandels, der Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen, die in Zusammenhang mit der Textilindustrie stehen, sollen dabei in den Fokus gerückt werden, sagt Enhuber.

Auf die Idee gekommen, den „Sock-o-Mat“ im Saarland ins Leben zu rufen, ist Tamara Enhuber durch ein Sozial-Experiment. Für zwei Euro das Stück wurden T-Shirts aus einem Automaten verkauft. Entschieden sich die Menschen für einen Kauf, wurde ihnen ein Video gezeigt, in dem die Näherinnen und ihre Arbeitsbedingungen gezeigt wurden. Der Moment der Begegnung, so beschreibt es Enhuber, habe bei vielen der Konsumenten Eindruck hinterlassen, da ihnen bewusst wurde, dass sie mit ihrem vermeintlichen Zwei-Euro-Schnäppchen für die schlechten Lebensumstände der Näherinnen mitverantwortlich sind. „Mit dem Socken-Automat wollen wir so weit nicht gehen. Aber unsere Idee dazu wurde von diesem Experiment inspiriert“, sagt Enhuber.

Der „Sock-o-Mat“ soll durchs Saarland ziehen

An dem Projekt beteiligen sich unter anderem auch die Arbeitskammer des Saarlandes, Greenpeace Saar, die VHS im Regionalverband sowie die Hochschule der Bildenden Künste Saar und die Hochschule für Technik und Wirtschaft. An letzterer soll der „Sock-o-Mat“ seine nächste Station finden. Auch der Campus in Homburg und andere öffentlich zugängliche Plätze im Saarland sind als zukünftiger Standort in Planung, sagt Enhuber. „So lange der Automat die Umzüge mitmacht, wollen wir ihn an so vielen Plätzen wie möglich aufstellen.“

Und warum genau Socken? Die Fußbegleitung soll sinnbildlich für die gesamte Textilbranche stehen. Schließlich wolle ja jeder warme Füße haben.