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Leserbriefe
Augen auf im Straßenverkehr

Dreck-Ecken

In der SZ wird Stadtpressesprecher Thomas Blug zitiert: „Weder unserem ZKE noch unserem Ordnungsamt lagen bislang Informationen zu den Verschmutzungen vor. Wir haben aufgrund der Anfrage den ZKE-Außendienst sofort zum Grundstück geschickt. Es handelt sich um eine private Fläche.“ Um festzustellen, dass es sich um eine private Fläche handelt, muss ich nicht den Außendienst rausschicken, das weiß in Dudweiler jeder:  Mich ärgert noch eines: Wieso warten die zuständigen Stellen immer auf Informationen aus der Bevölkerung? Der ZKE befährt die Lokalität jede Woche mindestens einmal im Rahmen der regelmäßigen Müllabfuhr, viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Ordnungsamtes und der Polizei usw. befahren regelmäßig in Ausübung ihres Amtes die Straßen des Stadtbezirks und erkennen die Lage nicht? Dies betrifft nicht nur die illegalen Müllablagerungen, sondern auch defekte Straßenbeleuchtungen und Stolperfallen auf Bürgersteigen und ähnliches. Also mein Appell an alle Bedienstete der Stadt Saarbrücken: Ihr solltet doch wissen, wo man solche Beobachtungen hin meldet, deshalb: Augen auf im Straßenverkehr.


Meine Frau und ich haben am Themenabend über „Islam im Alltag“ mit Mohammed Maiga in Sulzbach teilgenommen und deshalb den Zeitungsbericht mit besonderem Interesse gelesen. Aus unserer Sicht ergeben sich noch folgende Anmerkungen: Das von Herrn Maiga dargestellte Verhältnis der Salafisten zum Koran wurde im Zeitungsbericht nicht richtig wiedergegeben: Es gibt im Koran zum Beispiel Verse, die Alkoholgenuss erlauben, und andere, die diesen verbieten. Bei solchen Widersprüchen setzen immer die jüngeren, das heißt medinischen Verse die älteren mekkanischen Verse außer Kraft. Die Diskussion am Themenabend war lebendiger und wesentlich kontroverser, als es im Zeitungsartikel dargestellt wurde. So hat Herr Maiga mehrere Male betont, die Gründe für Missstände in muslimischen Familien und Ländern hätten mit dem Islam selbst gar nichts zu tun, sondern wären nur kulturell bedingt. Der Soziologe Max Weber hat jedoch schon vor über 100 Jahren aufgezeigt, dass die Religionen das kulturelle und soziale Leben der Völker über die Jahrhunderte tief prägen und deshalb von einer Verantwortung für Fehlentwicklungen nicht freigesprochen werden können.