Hochwasser: Auf stressige Nacht folgt ein harter Tag

Hochwasser : Auf stressige Nacht folgt ein harter Tag

Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz: Wasser rauscht auf A 620, Container und  Lkw brennen, Bäume stürzen um.

Das war knapp in der Nacht zum Freitag; die ständig ansteigende Saar hatte ihre Pegelspitze bei 3,79 Metern, zehn Millimeter unter dem Wert, ab dem die A 620 zu sperren ist. Streifenwagen fuhren regelmäßig die Strecke ab, denn das Saarwasser schwappt nicht zuerst über die Ufer, sondern es rauscht aus den überlasteten Kanälen auf die Autobahn. An den tief liegenden Stellen unter Bismarck- und Wilhelm-Heinrich-Brücke sowie unter dem Verteilerkreis St. Arnual schaute die Polizei genau hin.

Bis zum Morgen war die Strecke – fast – überall von einer Überflutung verschont. So blieb das Chaos im Berufsverkehr aus. Trotzdem wurde die Umleitungsstrecke nachts vorbereitet. Mitarbeiter des Straßenamtes klappten die Halteverbotsschilder auf und richteten sich darauf ein, die Hochwasserumfahrt zu öffnen. Wo niemand damit rechnete, wurde die Autobahn denn auch überflutet. In der 60er-Kurve am Messegelände schossen tausende Liter Wasser vom Engenberg herunter bis zur A 620.

Ungehindert strömte das Regenwasser über die Fahrbahnen der Stadtautobahn zum Leinpfad. Rettung kam von einem Polizisten mit Besen. Er schob angestautes Laub zur Seite und verteilte das Wasser im Grünstreifen, das half ein wenig. Und dann endete zum Glück der Regen.

Der Engenberg machte auch der Feuerwehr viel Arbeit. Auf der Gersweiler Seite strömten die Fluten in die nach ihm benannte Straße, sie war überflutet, die Senke an der Eisenbahnunterführung der Gersweiler Brücke unpassierbar, weil mit Wasser gefüllt.

Feuerwehrleute aus Gersweiler öffneten alle Kanalschächte. Das Wasser lief ab. „Heut’ haben wir wirklich alles“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Benedikt Oster, der von Ort zu Ort eilte. „Wir müssen unsere Leitstelle verstärken, bis auf drei Löschbezirke sind alle Fahrzeuge der Saarbrücker Wehr im Einsatz.“ Mittags lenkte Oster den Einsatz beim Wohnhausbrand in Dudweiler (wir berichteten), am Abend kam das Wasser.

In Fechingen und St. Arnual stürzten Bäume um, es gab überflutete Keller in Klarenthal, Gersweiler und Scheidt, an der Gassenmühle staute sich der Saarbach bedrohlich, in Schafbrücke mussten Sandsäcke im Grumbachtal die Häuser vor dem anschwellenden Bach schützen.

Am Freitagmorgen hatte die Saar den Leinpfad entlang der Graffitiwand schon überschwemmt. Foto: Tobias Kessler

Auf den Containerbrand im Wertstoffhof und einen brennenden Pkw auf der Folsterhöhe kam es dann auch nicht mehr an, die Feuerwehr war ohnehin pausenlos unterwegs.