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Amateurtheater
Erster Preis und Applaus für die Junge Bühne

Eine Szene aus dem Stück „Wo der Schnee wohnt“ (von links): Katharina Schadt, Lara Spick, Nathalie Dincher, Klara Doods und Clara Hemmer. Foto: Manfred Paschwitz
Eine Szene aus dem Stück „Wo der Schnee wohnt“ (von links): Katharina Schadt, Lara Spick, Nathalie Dincher, Klara Doods und Clara Hemmer. Foto: Manfred Paschwitz FOTO: Manfred Paschwitz
Regionalverband. Regionalverband zeichnet Auersmacher Theaterverein mit dem Kulturpreis für Kunst aus – Miteinander von alten Hasen und Jugend. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Wenn am Donnerstagabend im Saarbrücker Schloss der „Kulturpreis für Kunst“ des Regionalverbandes Saarbrücken verliehen wird, ist ein Gewinner das Amateurtheater „Junge Bühne Auersmacher“. Es hat seine Spielstätte  im Kleinen Theater in der dortigen Grundschule. Die Freude im Verein ist groß.


„Es ist toll, dass der Regionalverband diesen Preis verleiht. Das zeigt den Stellenwert der Kultur in unserer Region“, erklärt Josef Lang, der Vorsitzende des Vereins Junge Bühne. Lang ist eines der Gründungsmitglieder des Vereins – und die liegt 56 Jahre zurück. „Damals waren wir alle jung, daher der Name des Vereins“, erzählt er lachend.

Überhaupt scheinen die rund 100 Mitglieder, die nicht nur abwechselnd auf der Bühne stehen, sondern auch die Spielstätte unterhalten, sehr treu zu sein. Bis heute sind noch mehrere Gründungsmitglieder im Verein, wenn auch nicht mehr ganz so aktiv. „Der Name ,Junge Bühne’ passt aber immer noch“, erklärt Josef Lang, „denn wir lassen hier ganz besonders die jungen Leute gewähren“.



Tatsächlich stammen die Regisseure der meisten aktuellen Stücke aus dem eigenen Nachwuchs, sind dem Theater und dem Verein seit Jahren verbunden. Heute gibt es  die Kindergruppe, die Jugendgruppe und die Erwachsenen. „Die Kinder fangen ab dem zweiten Schuljahr an, mitzuspielen, wenn sie lesen können. Viele von ihnen bleiben bis sie 15 oder 16 Jahre alt sind“, sagt Christel Paschwitz.

Sie ist Geschäftsführerin des Vereins, seit 1977 dabei und zuständig für die Nachwuchsgruppen. Und sie ist gerade ziemlich stolz, denn die Kindergruppe des Vereins wurde preisgekrönt. „Wir haben diesen Monat den ersten Platz des Kinder- und Jugendtheaterpreises Wildwuchs mit der Aufführung ,Wo der Schnee wohnt’ gewonnen“.

Darüber hinaus kommen in der Spielzeit Herbst/Winter 2018/19 vier weitere Stücke mit insgesamt 13 Aufführungen auf die Bühne:  „Margo“, „Der Flaschengeist“, im Dezember „E scheeni Bescherung“ und im kommenden Jahr der „Mord in der weißen Linde“. Außerdem wird der Einzug in Jerusalem an Palmsonntag aufgeführt werden. „Der Einzug wird im Ort gespielt. Das ist unsere Einstimmung auf die großen Passionsspiele, die dann im Jahr 2020 wieder aufgeführt werden“, sagt Josef Lang.

Mit den Passionsspielen ist der Verein bekannt geworden. Alle fünf Jahre ist der ganze Ort auf den Beinen, an die 300 Akteure machen mit, mehrere Tausend Zuschauer kommen zu den Aufführungen. „Die Passion wurde 1935 zum ersten Mal aufgeführt, dann 1949 wiederaufgenommen. 1965 kam sie zum Erliegen. Seit 1974 stemmt unser Verein die Passion wieder“, berichtet Lang. Daher wird es im nächsten Jahr auch weniger Aufführungen geben. „Wir konzentrieren uns dann schon auf die Passionsspiele 2020, das ist immer sehr viel Arbeit“, erklärt der Vorsitzende.

Da kommt der Kulturpreis des Regionalverbandes gerade recht, denn mit dem Geld könnte ein Teil der Kosten wie die Aufführungsrechte übernommen werden. „Nein, stecken den den Betrag komplett in die Weiterbildung unseres Nachwuchses. Im Gegenteil, der Verein wird sogar noch etwas dazugeben“, sagt Christel Paschwitz lachend. „Denn das Allerwichtigste ist, dass das Handwerk der Schauspielerei einen guten Boden hat.“

Die Kindergruppe habe voriges Jahr einen Workshop am  Staatstheater besucht, und das sei ein Riesenerfolg gewesen. „Auf der Bühne stehen, frei sprechen: Von dem, was sie hier machen, profitieren Kinder ihr ganzes Leben, weil sie Selbstbewusstsein erlernen.“ „Und weil sie lernen, was Gemeinschaft bedeutet“, fügt Josef Lang noch hinzu.

 Martin Lang (links) und Simon Kliebenstein sind hier in einer Szene aus dem Stück „Der Flaschengeist“ zu sehen.
 Martin Lang (links) und Simon Kliebenstein sind hier in einer Szene aus dem Stück „Der Flaschengeist“ zu sehen. FOTO: Manfred Paschwitz
Lydia Nickles und Stefan Lang in einer der beliebtesten Inszenierungen des Theatervereins, „E scheen Becherung“.
Lydia Nickles und Stefan Lang in einer der beliebtesten Inszenierungen des Theatervereins, „E scheen Becherung“. FOTO: Roger Paulet