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Aus dem Bezirksrat
Auch in Dudweiler wird über eine Tafel nachgedacht

Marliese Stay bei der Lebensmittelausgabe im Sulzbacher Ess-Eck.
Marliese Stay bei der Lebensmittelausgabe im Sulzbacher Ess-Eck. FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler/Sulzbach. Bezirksratsmitglieder sehen die Notwendigkeit einer Lebensmittelausgabe. Eine Kooperation mit Sulzbach gilt als eine Option. Von Stefan Bohlander

Immer mehr Dudweiler Bürger sind auf Unterstützung der Tafel angewiesen – genauer gesagt sind es derzeit rund 200, wie Uwe Bußmann bei der jüngsten Sitzung des Bezirksrates ausführte. Bußmann ist der Vorsitzende des Saarbrücker Ablegers der Tafel, also jenes Vereins, der Lebensmittel sammelt und sie an Bedürftige weitergibt. Auf Anregung der Fraktion Die Linke im Bezirksrat sollte die Möglichkeit zur Schaffung einer Dependance in dem Stadtbezirk geprüft werden. Dazu hatte man sich durch die Einladung des Saarbrücker Vorsitzenden einige Hintergrundinfos erhofft.


Im 20. Jahr bereits existiere die Einrichtung in der Landeshauptstadt. 108 Ehrenamtler, eine Bürokraft und eine Reinigungskraft kümmern sich mit vier Autos um die Logistik. Für die circa 4500 Bedürftigen fallen rund 43 000 ehrenamtliche Stunden im Jahr an. Damit sei man auch schon fast an der Leistungsgrenze angelangt. Zwischen 1500 und 2500 Kilogramm Essen werden gesammelt – täglich. „Was wir bekommen, wissen wir aber nicht“, erklärte Bußmann.

Derzeit sei man gerade in Gesprächen mit Akteuren in Sulzbach, wo aus dem jetzigen Ess-Eck ebenfalls eine Tafel entstehen soll (die SZ berichtete). Hier kläre man gerade ab, ob eine Belieferung für Sulzbach zu stemmen und eine Alternative zu einer Dependance in Dudweiler sei. Die wichtigste Voraussetzung sei auf jeden Fall im Grunde die Räumlichkeit, aus der die Lebensmittel herausgegeben werden. Falls sich ein geeigneter Raum finde, „ist ein Großteil der Voraussetzungen gegeben“, erläuterte Bußmann.



Welche Anforderungen denn ein solcher Raum haben müsse, fragte Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz. Er erklärte, dass es gut vorstellbar sei, in Dudweiler eine Dependance einzurichten. Aus seiner langjährigen Tätigkeit beim Sozialamt seien ihm die Brennpunkte vor Ort bekannt.

Und zu den Ausgabestellen nach Burbach oder Malstatt zu fahren, sei für viele Menschen schwierig. Ralf-Peter Fritz, CDU-Fraktionsvorsitzender, fragte, wie genau ein Zeitplan aussehen könne. Jörg Sämann, sein SPD-Pendant, wollte wissen, in welcher Höhe man mit den Nebenkosten rechnen müsse. Gabriele Ungers, Vorsitzende der Linken-Fraktion, interessierte sich dafür, ob man den Raum auch anderweitig nutzen könne.

Bußmann führte aus, dass er mit einem Vorlauf von mindestens sechs Monaten rechne und ein Ansprechpartner und Kümmerer vor Ort natürlich von Vorteil sei. Der Raum an sich sollte Platz für 10 bis 15 Meter Tischfläche bieten. Diese Tische seien zum Sortieren und Präsentieren gedacht. Über eine Zuwendung seitens des städtischen Haushaltes würde er sich freuen. „Vom Sitzen und Labern kommt nix rüber“, zeigte er sich enttäuscht darüber, dass dies bislang nicht der Fall ist. Marion Sämann vom Amt für soziale Angelegenheiten sagte, dass man derzeit nach einem Raum für Gemeinwesenarbeit in Dudweiler suche, eventuell ließe sich dies ja mit der Essensausgabe kombinieren.

SPD-Mann Jörg Sämann schlug zum Schluss vor, dass die Mitglieder des Bezirksrates ja einmal im Jahr zugunsten der Tafel aufs Sitzungsgeld verzichten könne: „Das macht uns nicht ärmer, aber die Tafel reicher.“