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Bibliotheken-Serie
Auch auf dem Halberg gibt es eine Bibliothek

Die Bibliothek des Saarländischen Rundfunks wird von Roland Schmitt (links) geleitet. Bei seiner Arbeit wird er unterstützt von Azubi Kevin Buchholz (Mitte) und Mitarbeiterin Elionore Steimer (rechts).
Die Bibliothek des Saarländischen Rundfunks wird von Roland Schmitt (links) geleitet. Bei seiner Arbeit wird er unterstützt von Azubi Kevin Buchholz (Mitte) und Mitarbeiterin Elionore Steimer (rechts). FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Der Bestand der nicht öffentlichen Bibliothek soll die Mitarbeiter des Saarländischen Rundfunks bei Recherchen unterstützen. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Die Bibliothek des Saarländischen Rundfunks ist auf dem Halberg etwas abseits untergebracht, im Gebäude des Werbefunks Saar. „Es ist der dritte Standort der Bibliothek“, erklärt Roland Schmitt, Diplom-Bibliothekar. Er leitet die Bibliothek, in der mit ihm auch Elionore Steimer, Bibliotheksassistentin, und zurzeit Kevin Buchholz als Auszubildender im Bereich Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste arbeiten.


„Ganz früher war die Bibliothek im Hörfunkgebäude untergebracht, dann im Stumm´schen Torhaus, seit 1996 ist sie hier“, sagt Roland Schmitt. Daran kann er sich noch gut erinnern, denn er betreut die Bibliothek seit dem Jahr 1982. „Damit die Wege für die Redakteure nicht so lang sind, verfügen wir für Recherchen im Hörfunkgebäude über einen Infodesk. Außerdem ist ein Drittel unseres Bestandes in der Nähe der Fachredaktionen ausgelagert, also für die Redakteure schnell erreichbar“, berichtet er. Die Bibliothek des Saarländischen Rundfunks hat 25 000 Titel im Bestand, zwei Drittel davon befinden sich daher in den Räumen der Bibliothek. Manche Bücher sind schon ziemlich alt, verfügen über mehrere Inventarstempel. Das liegt daran, dass die ältesten Bücher noch aus der Zeit von 1935 bis 1945 stammen, als die Vorgängeranstalt noch „Reichssender“ hieß und in der Wartburg untergebracht war. „Die nationalsozialistische Literatur aus dieser Zeit findet sich natürlich nicht hier, die ist weggesperrt und später an die Bibliothek der Universität des Saarlandes abgegeben worden. Aber Literatur zu Regionalem und zu den Medien aus der Zeit haben wir noch“, sagt der Bibliothekar.

Ein weiterer Bestand der Bibliothek stammt aus der Zeit von „Radio Saarbrücken“, aus der Zeit von 1946 bis 1957. In dieser Zeit und den Jahren danach war die Bibliothek aufgestellt wie eine öffentliche Bibliothek, mit den verschiedensten Schwerpunkten. Heute ist das anders. Seitdem es das Internet gibt, hat sich die Nutzung und damit auch der Aufbau der Bibliothek geändert. „Wir haben zwei Schwerpunkte heute. Das ist einmal alles aus der Großregion Saar-Lor-Lux, wie Titel aus der Kultur, Politik, Geographie, Wissenschaft und insbesondere auch Reise, und dann haben wir als weiteren Schwerpunkt alles, was mit Medien und Kommunikation zu tun hat“, erläutert Roland Schmitt. Und dann habe man noch ein weiteres Thema, in dem man gut aufgestellt sei, nämlich die Musik. „Wir verfügen innerhalb des ARD-Verbundes über den größten Bestand an Literatur über populäre Musik“, sagt Roland Schmitt, nicht ohne etwas Stolz. Genutzt wird die Bibliothek hauptsächlich von den Redakteuren des Saarländischen Rundfunks und Studenten, die sich für ihr Studium mit der Medienlandschaft befassen. Denn die Bibliothek des SR ist keine klassische öffentliche Bibliothek, sondern eine Spezialbibliothek, die den Mitarbeitern vorbehalten ist. Eigentlich. „Wenn wir Anfragen von Hörern bekommen, dann kümmern wir uns darum und versuchen, die so gut zu bedienen, wie es geht. Aber im Rahmen unserer Möglichkeiten“, räumt Roland Schmitt ein.

Für die Mitarbeiter des Senders ist die Unterstützung der Bibliothek sehr wichtig. Gerade, wenn es sich um ausführliche, regionalgeschichtliche Themen dreht. Dann werden sie bei Roland Schmitt fündig. Und das hat sich rumgesprochen. Denn die Bibliothek des Saarländischen Rundfunks arbeitet auch mit den anderen Sendern des ARD-Verbundes zusammen, auch von dort kommen Anfragen. Außerdem hat man einen gemeinsamen Bibliothekskatalog mit dem Südwestrundfunk und arbeitet intensiv, wenn auch intern, mit den Standorten dieses Senders in Mainz, Baden-Baden und Stuttgart zusammen. Die Rundfunkbibliotheken dort werden jedoch zum Teil nur noch passiv geführt, sie laufen aus, haben keine Mitarbeiter mehr. Genau darin liegt aber die große Chance für die Bibliothek des SR. „Wir haben da ganz klar die Nase vorn. In deren Bibliotheken wird nichts Neues mehr angeschafft. Da sind wir mittlerweile viel besser aufgestellt“, sagt Roland Schmitt. Und es wäre wünschenswert, dass das auch in Zukunft so bleiben kann.

Weitere Informationen unter Tel. (06 81) 6 02 24 65 oder per E-Mail an rschmitt@sr.de.