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Atommüll-Endlager: Saarland ist geologisch ungeeignet

90 Gebiete in Deutschland kommen infrage : Endlager für Atommüll: Saarland ist geologisch ungeeignet

Ein Endlager mit Atommüll will niemand in der Nachbarschaft haben. Aber irgendwo müssen die 1900 Behälter hin, die übrig bleiben, wenn 2022 das letzte deutsche AKW vom Netz geht. Das Saarland kommt als Gebiet für ein mögliches Atommüll-Endlager nicht infrage.

Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht Teilgebiete der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor. Dieser listet 90 Gebiete in Deutschland auf, die nach Erkenntnissen von Experten günstige geologische Voraussetzungen für ein Endlager mit Atommüll haben. Das Saarland als einstiges Bergbauland ist nicht darunter.

Der Bergbau hat das kleinste Flächenland Deutschlands über mehr als 250 Jahre geprägt: Er ist zwar seit 2012 Geschichte, aber unter der Erde durchziehen kilometerlange Stollen und Gänge früherer Bergwerke das Land.

Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen. Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen Ländern. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht.

Mit dem Zwischenbericht ist eine Vorfestlegung auf einen Standort noch längst nicht verbunden. In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien - etwa die Bevölkerungsdichte - berücksichtigt werden.

Unter den 90 Gebieten in Deutschland, die nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager bieten, liegt auch eines in Rheinland-Pfalz. In dem am Montag vorgelegten Bericht ist in der Übersichtskarte der sogenannten Teilgebiete ein Areal aufgerührt, das etwa von Nackenheim (Landkreis Mainz-Bingen) bis Edenkoben (Südliche Weinstraße) reicht. Der Streifen ist meist nicht breiter als zehn Kilometer und hat mehrere Lücken, beispielsweise bei Alzey, und liegt nicht in unmittelbarer Nähe zum Rhein.

Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

(dpa)