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Beim Thema Wald gehen die Wogen hoch : Argumente statt Gefühle

Beim Thema Wald gehen die Wogen hoch : Argumente statt Gefühle

Gemeinhin verhält es sich ja so: Wer zu Hause die Wände mit Gemälden schmückt, muss nicht unbedingt Ahnung von Kunst haben. Und wer Kinder erzieht, muss nicht unbedingt Ahnung vom Beruf des Erziehers haben. Ähnlich verhält es sich mit Spaziergängern, die meinen, sie könnten das beurteilen, was ein Förster tut. Nun denn, wie dem auch sei – jedenfalls hatte vor wenigen Tagen der Ortsverein Dudweiler/Scheidt von Bündnis 90/Die Grünen ins Bürgerhaus eingeladen unter dem Motto „Naturnahe Waldwirtschaft – Anspruch und Wirklichkeit.“ Es sprach Parteifreund Klaus Borger. Für einen politischen Eklat hatte der ehemalige saarländische Umwelt-Staatssekretär im Jahr 2009 gesorgt. In einer Zeitung der Holzwirtschaft hatte er die Einschätzung unterstützt, dass es „im Prinzip keinen Unterschied zwischen einer im Krieg gefallenen Nation und einem gefallenen Wald“ gebe. Später hat er diese Äußerung offiziell bedauert und revidiert. Neulich, im Dudweiler Bürgerhaus, gab er sich weitaus zahmer. Stellte aber einige Behauptungen auf, die das Umweltministerium bzw. der Saarforst Landesbetrieb vehement zurückwies. Unter anderem die Äußerung, die öffentlichen Wälder dürften nicht länger als „Holzfabriken“ missbraucht werden.

Tja, wenn’s um den Wald geht, wird’s manchmal sehr polemisch. Wobei sich die Revierförster darüber empören, dass man ihnen die Zerstörung der Wälder unterstellt. Wer sich mit ihnen sachlich unterhält, wird feststellen, dass man dadurch nicht dümmer wird – ganz im Gegenteil. Manchmal sollte man nicht nach Gefühl urteilen, sondern sich Argumenten öffnen.